Schlagbohrmaschine von Plus Schnelltest

Bohrmaschinen von renommierten Herstellern haben ihren Preis: Viele Geräte von Metabo oder Makita kosten über 200 Euro. Dafür leisten sie auch viel. Diese Woche verkauft Plus Schlag­bohr­maschinen für 24,99 Euro. test.de hat Test­bohrungen vorgenommen.

Ordentliche Bohrleistung

Schlagbohrmaschine von Plus Schnelltest

Die Bohrmaschine von Plus ist auf den ersten Blick nicht übel. Sie liegt gut in der Hand und bohren kann sie ebenfalls. Kraftvoll frisst sie sich in Granit und liefert selbst in Beton und Stahl akzeptable Löcher. Allerdings hält das Bohrfutter schlecht. So müssen die Bohrer immer wieder festgezogen werden. Bei größeren Durchmessern geht ihr außerdem schnell die Puste aus. Bei 13 Millimetern Durchmesser ist laut Hersteller Schluss. Entsprechend verläuft der Test mit 16 Millimetern: Da macht die Billigmaschine schlapp.

Nur ein Gang

Für Schrauben ist die Plus-Maschine viel zu grob. Mit ihrem einen Gang ist gefühlvolles und präzises Einschrauben nicht möglich. Außerdem läuft der Bohrer noch bis zu zehn Sekunden nach. Schnellstopp gibt es nicht. So drehen sich die meisten Schrauben viel zu weit ins Holz hinein. Der richtige Zeitpunkt zum Stoppen ist schwer abzuschätzen. Außerdem sind die mitgelieferten Bohrer und Bits von minderer Qualität. Jeweils nach einem Loch in Beton oder Granit sind sie verschlissen.

Vorsicht: Sicherheitsrisiko

Schlagbohrmaschine von Plus Schnelltest

Das wäre aber alles nicht so schlimm, würde die Plus-Bohrmaschine nicht ein ernsthaftes Sicher­heits­risiko darstellen: Beim Sturz aus einem Meter Höhe wurden zwei von drei Plastikgehäusen im Test stark beschädigt. Somit liegen Kabel im Innern frei. Wer diese bei laufendem Motor berührt, bekommt einen Stromschlag. Somit entspricht die Bohrmaschine nicht den Mindestanforderungen an sichere Elektrowerkzeuge.

Zu weicher Stahl

Die einfache Verarbeitung der Bohrmaschine zeigt sich auch im Dauerbelastungstest. Bereits nach einem Drittel der geforderten Prüfzyklen war für den Motor Schluss. Auch die Schlagbohrfunktion hielt nicht lange. Ein Prüfgerät fiel schon nach 38 Zyklen mit jeweils vier Bohrungen aus. Grund: Die Nockenwellen bestehen aus zu weichem Stahl. Der nutzt sich schnell ab.

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