Schlaftabletten Meldung

Schlaftabletten werden zu häufig verschrieben – oft auf Privatrezept – und länger eingenommen, als es gut ist.

Die Abhängigen: Die Zahl der von Schlaftabletten Abhängigen wird sich von zurzeit 2,3 Millionen auf rund 4 Millionen erhöhen, so das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung Hamburg. Eine Ursache sieht der Vorsitzende des Instituts, Professor Peter Raschke, in der Verschreibungspraxis. Ärzte verordnen Schlafmittel oft auch auf Privatrezept.

Die Folgen: Arzneien beseitigen nicht die Ursache von Schlafstörungen. Wegen des raschen Gewöhnungseffekts und des zum Teil hohen Abhängigkeitspotenzials bei verschreibungspflichtigen Präparaten wie Benzodiazepinen (Valium) besteht die Gefahr, dass sich Schlafstörungen „festsetzen“. Folgen: Langzeiteinnahme, Abhängigkeit, Dosis­steige­rung.

Der Markt: Erfolgreich sind zurzeit die Präparate Zolpidem und Zopiclon. Die relativ neuen Schlafmittel sind chemisch gesehen keine Benzodiazepine, haben aber ähnliche Wirkungen. Sie sollten niedrig dosiert nur maximal vier Wochen eingesetzt werden.

Die Privatrezepte: Zwischen 1993 und 2007 ist der Anteil der Privatrezepte drastisch angestiegen, haben Mitarbeiter des Arzneimittelexperten Professor Gerd Glaeske, Uni Bremen, errechnet. Die Verkaufszahlen für beide Schlafmittel hätten sich sogar verdreifacht. Fast jeder zweite Bundesbürger leidet unter Schlafstörungen.

Tipp: Erst mit dem Arzt Ursachen von Schlafstörungen klären. Versuchen, ohne Medikamente auszukommen. Pflanzliche Mittel ausprobieren. Wenn das nicht hilft, mit dem Arzt die eventuelle Einnahme von Antihistaminika oder verschreibungspflichtigen Mitteln besprechen – diese aber nur wenige Tage nehmen. Weitere Infos auf www.test.de, Stichwort Schlafmittel und www.medikamente-im-test.de, Benzodiazepine/Schlafstörungen.

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