Schlafstörungen Meldung

Vier einfache Regeln, viermal persönlich erklärt – dieses Rezept scheint bei Schlafstörungen erstaunlich gut zu wirken.

Nachts hellwach, tags todmüde, und das seit Wochen – schätzungsweise jeder zehnte Mensch leidet an chronischen Schlafstörungen. Zu den möglichen Ursachen zählen Medikamente, Krankheiten oder schlafraubende Lebensumstände. Viele Betroffene fühlen sich schlecht und nicht gerade alltagstauglich. Zudem haben sie ein erhöhtes Risiko für psychische und wohl auch körperliche Krankheiten.

Die vier Regeln

Es gibt Medikamente gegen Schlafstörungen. Doch sie können Nebenwirkungen verursachen und abhängig machen. Daher sollten sie erst zum Einsatz kommen, wenn allgemeine Verhaltensregeln versagen. Für diese „Schlafhygiene“ entwickelten US-amerikanische Forscher nun ein einfaches Schulungskonzept.

Es setzt auf vier Botschaften:

  1. Verringere die Zeit im Bett.
  2. Steh morgens unabhängig von der Schlafdauer zur selben Zeit auf.
  3. Geh nie ins Bett, wenn du nicht müde bist.
  4. Nutze das Bett nur zum Schlafen (nicht zum Fernsehen oder Lesen).

Das wirksame Rezept

Den Nutzen dieses Rezepts zeigt eine Studie der Forscher, die im Januar im Fachjournal „Archives of Internal Medicine“ erschienen ist. Daran nahmen 79 chronisch schlaflose Senioren teil. Die eine Hälfte bekam die vier Botschaften im Wochentakt viermal persönlich erklärt, zweimal per Einzelsitzung und zweimal per Telefon. Die andere Hälfte erhielt schriftliches Infomaterial und diente als Kontrollgruppe. Nach dem Monat war die Schlafstörung bei zwei Drittel der Patienten aus der ersten Gruppe deutlich geringer oder gar verschwunden – im Gegensatz zu nur 25 Prozent der Kontrollpatienten. Auch nach sechs Monaten ließ sich die Verbesserung noch nachweisen.

Tipp: Auch ohne mündliche Erklärungen könnten die vier Regeln Schlaflosen helfen. Probieren Sie es aus. Und übrigens eignet sich solche Schlafhygiene auch zur Vorbeugung. Doch ob mit oder ohne Hilfsmittel – wer über einen Monat und mehrmals pro Woche nachts keine Ruhe findet, sollte ärztlichen Rat suchen.

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