Schlaf-Apnoe: Zwischen Ersticken und Erschrecken

Vier Prozent aller Männer und zwei Prozent der Frauen leiden unter Schlaf-Apnoe (griechisch apnoia = Windstille). Bei ihnen erschlafft nachts die Rachenmuskulatur, die Zunge rutscht nach hinten, und der weiche Gaumen fällt in sich zusammen. Der Weg zur Lunge ist blockiert, der Atem stockt. Folge: Herz und Gehirn bekommen nicht genügend Sauerstoff. Der Herzschlag sinkt drastisch ab, bis ein Adrenalinschub eine Weckreaktion auslöst und die Atmung mit explosivem Schnarchen wieder einsetzt. Puls und Blutdruck schnellen in die Höhe. Bis zu 500-mal in einer Nacht wechseln Ersticken und Erschrecken.

Weitere Symptome sind unruhiger Schlaf, morgendliche dumpfe Kopfschmerzen, übermäßige Tagesmüdigkeit, Potenz- und Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit. Schlafmediziner gehen davon aus, dass das nächtliche Kreislauf-Drama langfristig zu Bluthochdruck führt. Es begünstigt Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche und sogar Herzinfarkt und Schlaganfall.

Bei leichten Fällen von Apnoe können Abnehmen und körperliches Training schon helfen, da einengende Fettpolster am Hals verschwinden und die Halsmuskulatur gestärkt wird. Auf Alkohol und Schlafmittel sollte verzichtet werden, da sie die Atempausen verlängern. Einige Patienten können erfolgreich mit dem Asthmamedikament Theophyllin behandelt werden. Operationen, in denen Teile des Gaumens entfernt werden, beseitigen zwar oft das Schnarchen, selten aber die Atemstillstände. Die wirkungsvollste Therapie ist die nächtliche Überdruckbeatmung mit einer Nasenmaske, bei der ein Luftstrom die oberen Atemwege offen hält. Um den Luftdruck exakt einzustellen, müssen zwei bis drei Nächte in einem Schlaflabor verbracht werden.

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