Chronische Erschöpfung

Unter Medizinern ist umstritten, ob das chronische Erschöpfungssyndrom eine eigenständige Krankheit ist oder Ausdruck verschiedener gleichzeitig auftretender Erkrankungen. Es beginnt meist abrupt mit einem Virusinfekt und grippeähnlichen Symptomen wie Hals-, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Benommenheit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Viele Symptome wie Schwindel oder Sehstörungen können im weiteren Verlauf hinzukommen und jahrelang andauern. Die Betroffenen leiden unter innerer Unruhe und Schlafstörungen. Charakteristisch ist die lähmende Erschöpfung, von der sie sich nicht erholen. Für die Patienten wird jede Anstrengung zur Qual. Viele sind langfristig arbeitsunfähig, oft ist ihr Fami-lienleben belastet, psychische Probleme häufen sich.

Ursache und Krankheitsmechanismus sind unbekannt. Diskutiert werden Virusinfektionen, neurologische Störungen, Vergiftungen und dauerhafte Überanstrengung. Einige Patienten zeigen Fehlfunktionen des Hormon- oder Immunsystems.

Als hilfreichste Behandlung haben sich Verhaltenstherapien erwiesen. Dabei lernen die Patienten, mit der Krankheit umzu-gehen und noch vorhandene Fähigkeiten zu nutzen. Ein geregelter Tagesablauf mit angemessener Bewegung scheint nützlich. Medikamente lindern nur einige der Symptome. Die meisten Patienten brauchen mehrere Jahre, um sich zu erholen. Experten schätzen, dass einer bis drei von tausend Menschen unter einem chronischen Erschöpfungssyndrom leiden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1989 Nutzer finden das hilfreich.