Ursachen finden

Nicht immer können Schlafstörungen durch Eigeninitiative „behandelt“ werden. Oft ist fachliche Hilfe notwendig. Gemeinsam mit dem Arzt sollten Betroffene versuchen, die Ursachen der Schlafstörung herauszufinden. Oft helfen Schlafambulanzen oder -labore weiter. Möglich sind aber auch Psychotherapien, wenn es sich um Depressionen oder andere psychische Krankheiten handelt, die die Schlafstörungen verursachen. test.de sagt, wann Sie zum Arzt gehen sollten und welche Möglichkeiten es gibt, den Schlafproblemen auf den Grund zu gehen.

Haus- und Facharzt

Wer über mindestens einen Monat drei bis vier Nächte in der Woche schlecht oder gar nicht schläft und sich dann tagsüber müde, antriebslos, erschöpft und in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt fühlt, sollte einen Arzt aufsuchen. Die erste Anlaufstelle ist immer der Hausarzt. Dieser muss möglichst genau über die Schlafprobleme informiert werden. Daher ist es ratsam, sich schon vor dem Arztbesuch die wichtigsten Fakten aufzuschreiben. Dazu gehören: Seit wann die Störung besteht, unter welchen Umständen die Probleme auftreten und was bislang unternommen wurde. Schlafmittel sollte der Hausarzt aber nur in einer akuten Notlage und auch nicht länger als zwei bis drei Wochen verschreiben. Stellt sich in der anschließenden Zeit ohne Schlafmittel nach etwa vierwöchiger Behandlung keine Besserung ein, sollten Betroffene einen Facharzt aufsuchen. Etwa den Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Lungenfacharzt bei starken Schnarchbeschwerden, bei psychischen Beschwerden den Psychologen, oder den Neurologen bei Konzentrationsstörungen.

Schlafzentren aufsuchen

Wenn auch die fachärztliche Therapie innerhalb von vier Wochen keine Besserung der Schlafstörung bringt, sollten Betroffene sich an Schlafambulanzen oder -labore wenden. Dafür ist keine Überweisung nötig. Kassenpatienten müssen die Behandlung nicht selber zahlen, sondern nur die Chipkarte vorlegen. In Schlafzentren arbeiten Neurologen, Psychiater, Lungenfachärzte, Internisten, Kardiologen, Psychologen und medizinischer Pflegedienst zusammen. Alle Zentren bestehen aus Schlafambulanz und Schlaflabor. In Deutschland gibt es derzeit etwa 200 Schlafzentren, die nach bestimmten wissenschaftlichen Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung (DGSM) geprüft und anerkannt sind.

Erstkontakt in der Ambulanz

Im Schlafzentrum kommen Betroffene zunächst in die Schlafambulanz. Dort müssen Sie einen Fragebogen ausfüllen und bekommen - falls notwendig - auch bestimmte Messgeräte. Dazu zählen vor allem so genannte Apnoe-Screening-Kästchen. Diese müssen Betroffene eine bestimmte Zeit am Körper tragen. Dabei werden Atemfluss, Atembewegung, Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung im Blut, Körperlage oder auch ein Elektrokardiogramm aufgezeichnet. Nachdem Fragebogen und Messwerte ausgewertet sind, erfolgt eine gründliche Untersuchung der Patienten. Erst danach erhalten Betroffene eine erste Verdachtsdiagnose. Dann wird auch entschieden, ob weitere Untersuchungen im Schlaflabor notwendig sind.

Schlaf unter Kontrolle

Im Schlaflabor werden Betroffene meist an mindestens zwei bis drei aufeinander folgenden Nächten und manchmal auch am Tag untersucht. Zu den Untersuchungen gehört beispielsweise die Polysomnographie. Mit ihr analysieren die Schlafmediziner die fünf Schlafstadien und beurteilen Atmung, Muskelaktivität und andere Körperfunktionen während der Nachtruhe. Tagsüber prüfen die Mediziner neben EKG und EEG auch die Aufmerksamkeit der Patienten. Nach diesen Untersuchungen liegen meist sichere Daten vor, die eine genaue Diagnose ermöglichen.

Psychotherapie und Hypnose

Liegt keine körperliche Erkrankung vor, ist der Gang zum Psychologen sinnvoll, um das seelische Leiden zu behandeln. Ist die Ursache weder auf eine seelische noch eine körperliche Erkrankung zurückzuführen, können auch verhaltenstherapeutische Maßnahmen helfen. Schlafmediziner haben eine Reihe von Konzepten entwickelt, die selbst bei chronischen Schlafstörungen helfen. Auch Akupunktur oder Hypnose werden angeboten, um bestehende Schlafstörungen zu behandeln. Die Akupunkturbehandlung sollte jedoch abgebrochen werden, wenn sich nach etwa fünf Sitzungen noch keine Besserung einstellt. Hypnose kann dagegen bei Schlafstörungen, Angst, Unruhe und Nervosität helfen. Allerdings spricht nicht jeder auf die Behandlung an. Zudem kann die Wirkung nach einiger Zeit nachlassen.

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