Schlafstörungen III

Störungen des Schlaf-wach-Rhythmus

Bei diesen Schlafstörungen weicht der Zeitpunkt des Schlafens von den „normalen“ Zeitgebern wie Helligkeit und Dunkelheit und den allgemein üblichen Schlafenszeiten ab. Die Ursachen sind zum Beispiel Nacht- und Schichtarbeit, Zeitzonenflüge oder auch der Hang zum Abend- oder Morgenmenschen. Die Schlafmedizin unterscheidet neben diesen extern verursachten Störungen drei weitere Formen:

  • Vorverlagerte Schlafphase. Betroffene haben das Bedürfnis abends sehr früh schlafen zu gehen. Ohne Koffein oder Nikotin können sie sich meist schon ab 19 oder 20 Uhr nicht mehr wach halten. Im Allgemeinen erwachen sie dann mitten in der Nacht und können nicht mehr einschlafen. Meist haben sie ausreichend Schlaf, fürchten aber dennoch unter einer Schlafstörung zu leiden. Fühlen sich Betroffene aber tagsüber ausgeruht und wohl, handelt es sich „nur“ um eine Schlafphasenverschiebung und wohl einen Extremtyp der „Lerche“. Zudem tritt diese Veränderung häufig im fortgeschrittenen Lebensalter auf, da sich dann der Rhythmus der inneren Uhr verkürzt.
  • Rückverlagerte Schlafphase. Betroffene werden erst sehr spät müde und schlafen oft nicht vor zwei, drei Uhr nachts ein. Müssen sie am Morgen zeitig aufstehen, sind sie extrem müde, weil sie dann mitten aus dem Schlaf gerissen werden. Von dieser Störung betroffen ist vor allem der Extremtyp der „Eule“.
  • Unregelmäßige Schlaf-wach-Muster. Betroffene liegen nachts oft stundenlang wach und sind tagsüber so müde, dass sie sich mehrere Male hinlegen und schlafen müssen. Dieser Schlaf ist aber weniger erholsam, da er in mehrere Episoden unterteilt ist. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, die an Depressionen oder einer Demenz leiden, aber auch Menschen mit einem unregelmäßigen Lebensstil.

Hinweis: Wenn Sie mit einer vor- beziehungsweise rückverlagerten Schlafphase gut zurecht kommen, müssen Sie nicht zum Arzt gehen. Sollten Sie aber darunter leiden, können Sie lernen, mit bestimmten Maßnahmen Ihren Temperatur- und Schlafrhythmus besser an die Umwelt anzupassen. Sprechen Sie in diesem Fall zunächst mit Ihrem Hausarzt.

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