Die richtige Dosis

Napoleon kam mit vier Stunden Schlaf pro Nacht aus, der Erfinder Thomas Edison angeblich sogar nur mit zwei Stunden pro Nacht. Andere berühmte Geister wie Goethe oder Winston Churchill bevorzugten dagegen wenigstens neun Stunden täglich. Sicher ist: Zu wenig Schlaf ist auf Dauer ungesund. Nur wer ausreichend lange schläft, bleibt leistungsfähig und fördert seine Gesundheit. Doch wie viel Schlaf braucht der Mensch? Darüber gibt es noch immer geteilte Meinungen. test.de gibt Tipps.

Lang- und Kurzschläfer

Nicht jeder Mensch braucht die gleiche Dosis Schlaf. Vielmehr gibt es Kurz-, Normal- und Langschläfer. Letztere brauchen täglich mehr als neun Stunden Schlaf. Kurzschläfer kommen dagegen bereits mit weniger als sechs Stunden aus. Die meisten Menschen gehören jedoch zu den Normalschläfern: Um ausgeruht zu sein, benötigen sie zwischen sechseinhalb und acht Stunden Schlaf pro Tag. Zu welcher dieser Gruppen jeder einzelne gehört, ist meist genetisch vorgegeben. Darüber hinaus spielen aber auch die körperliche Verfassung und das Lebensalter eine Rolle. Erstaunlich: Die Dauer der einzelnen Schlafzyklen ist bei allen Typen gleich. Offenbar schlafen Kurzschläfer aber effektiver. Langschläfer fühlen sich dagegen trotz der längeren Schlafzeit oft weniger ausgeruht.

Weniger im Alter

Die Schlafdauer ändert sich auch mit zunehmendem Alter. In der zweiten Lebenshälfte braucht der Mensch weniger Schlaf. 70-jährige benötigen beispielsweise nur noch fünf bis sechs Stunden täglich. Auch der Tiefschlaf geht mit dem Alter zurück. Schon ab dem 40. Lebensjahr schlafen Menschen nicht mehr so fest, können nachts häufiger wach werden und brauchen dann einige Zeit, um wieder einzuschlafen.

Qualität statt Quantität

Doch es kommt nicht nur auf die Schlafdauer an. Auch die Schlafqualität ist nach Ansicht von Wissenschaftlern wichtig. Entscheidend dafür ist aber nicht, wie sich jeder unmittelbar nach dem Aufwachen fühlt. Das ist nämlich davon abhängig, aus welcher Schlafphase er aufwacht. Wer vom Wecker aus der Tiefschlafphase gerissen wird, fühlt sich müder als derjenige, der aus dem REM- oder Leichtschlaf geweckt wird. Entscheidend für die Schlafqualität ist vielmehr, wie leistungsfähig und ausgeruht jemand tagsüber ist.

Eulen und Lerchen

Ebenso genetisch festgelegt scheint neben der Schlafdauer auch die Tendenz zu so genannten Eulen und Lerchen - also Abend- und Morgenmenschen. Letztere kommen morgens meist problemlos aus dem Bett. Sie sind am vormittag am leistungsfähigsten, am Abend dafür aber auch schneller müde. Abendmenschen finden dagegen schwer aus den Federn. Sie kommen meist erst gegen Mittag in Schwung. Ihr Leistungshoch setzt oft erst in den Abendstunden ein. Diese Veranlagung kann problematisch werden, wenn zum Beispiel „Eulen“ in der Arbeitswelt wie „Lerchen“ funktionieren müssen.

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