Nächtliche Regeneration

Nach und nach kommen Wissenschaftler dem Phänomen Schlaf immer deutlicher auf die Schliche. So räumte die moderne Schlafforschung bereits mit dem Vorurteil auf, der Schlaf sei ein passiver Zustand. Richtig ist dagegen, dass während der nächtlichen Ruhephase viele Regenerationsprozesse im Körper ablaufen. Jede Nacht wechseln sich mehrere Schlafstadien ab. test.de erklärt, was im Körper passiert.

Fünf Phasen

Die Schlafmedizin unterscheidet allgemein fünf Schlafphasen: Wachzustand, Einschlafstadium, leichter, aber bereits echter Schlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf (REM-Schlaf). Diese fünf Stadien zusammen ergeben einen Schlafzyklus, der etwa 90 bis 100 Minuten dauert. Kurz nach dem so genannten REM-Schlaf folgt ein kurzes Aufwachen - auch wenn viele das gar nicht bemerken. Dann beginnt ein neuer Schlafzyklus. Im Allgemeinen durchlaufen Erwachsene vier bis sechs dieser Zyklen pro Nacht.

Träume und Augenbewegungen

Im REM-Schlaf kommt es zu raschen Augenbewegungen. Zudem geht die Muskelspannung fast völlig zurück, der Blutdruck steigt, Atmung und Herzfrequenz werden unregelmäßig. Da in dieser Schlafphase das Gehirn fast doppelt so stark durchblutet wird wie sonst, scheint der REM-Schlaf vor allem der Regeneration des zentralen Nervensystems und der Psyche zu dienen. Allerdings: Träume finden nicht nur in dieser Phase statt, sondern auch in den anderen Schlafstadien.

Regeneration im Schlaf

Bislang galt ausschließlich der Tiefschlaf als Erholungsschlaf. Grund: In dieser Phase erneuern sich die Zellen. Der Körper produziert die meisten Proteine und auch den größten Teil der täglichen Menge an Wachstumshormonen. Diese aktivieren unter anderem auch die Bildung spezieller Immunzellen. Daher wird diese Phase auch als Reparaturprozess im Körper bezeichnet. Allerdings fanden Schlafforscher heraus, dass bereits beim Einschlafen ein Teil der Hormone ausgeschüttet werden, die für die Regeneration eine wichtige Rolle spielen.

Stresshormone zum Wachwerden

Zwischen zwei und drei Uhr nachts geht die Bildung von Wachstumshormonen dann zurück. Der Köper schüttet nun vermehrt das Stresshormon Kortisol aus. Dieses bereitet auf den aktiven Wachzustand vor. Im Tagesverlauf sinkt die Konzentration des Stresshormons wieder. Nachts ist es kaum noch im Blut vorhanden.

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