Tipps für gesundes Wohnen: Schimmel killen, sanieren, stoßlüften

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt: Die folgenden Tipps helfen, Schimmelpilze in der Wohnung zu bekämpfen.

Alarmsignale. Verdächtige Flecken an der Wand und muffigen Schimmelgeruch sollten Sie ernst nehmen. Je früher Sie handeln, desto besser für die Gesundheit.

Feuchtemesser. Kontrollieren Sie mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit. Die relative Feuchte sollte zu Hause zwischen 40 und 55 Prozent liegen. Ist mehr Wasser in der Luft, steigt die Schimmelgefahr. Kontrollieren Sie, ob es in der Nähe der Flecken und des muffigen Geruchs besonders feucht ist. Übrigens: Gute Hygrometer gibts schon ab etwa 20 Euro.

Wärmebrücken. Schlecht gedämmte Stellen in der Gebäudehülle lassen sich an kalten Wintertagen orientierend mit einem Thermometer aufspüren: Vergleichsmes­­­­­s­ungen an vielen Stellen (direkt auf der Wandfläche, raumseitig mit Tuch abdecken, jeweils gleiche Kontaktzeit) zeigen, wo es viel kälter ist als anderswo.

Problemzonen. Je kühler die Räume, desto größer die Schimmelgefahr! Die Luftfeuchtigkeit kondensiert zum Beispiel leicht hinter Schränken, die zu dicht an einer kalten (Außen-)Wand stehen. Kritisch sind auch Wandschränke, Abstellkammern, Jalousiekästen und kühle Badezimmer.

Schimmelkiller. Wo immer Sie Schimmelpilzbeläge aufspüren, gilt: Wehret den Anfängen. Besprühen oder betupfen Sie die Flecken mit „guten“ Anti-Schimmel-Mitteln. Als Hausmittel hat sich Alkohol bewährt (Ethanol oder Isopropanol, 70%). Empfohlene Einwirkzeit beachten (bei Hausmitteln 30 Minuten), dann abwischen. Die Tücher samt anhaftender Sporen in einer Plastiktüte in die Mülltonne stecken.

Vorsicht. Achten Sie auf Arbeitsschutz (zum Beispiel Handschuhe und eventuell Mundschutz). Allergiker und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten sich fern halten. Wo Schimmelflecken zu sehen sind, gibts auch viele unsichtbare Sporen – zum Beispiel im Hausstaub. Gründliches Saubermachen kann helfen: Am besten immer bei geöffneten Fenstern Staub wischen und saugen, damit aufgewirbelte Sporen ins Freie entweichen können.

Sanieren. Schimmelige Silikonabdichtungen können handwerklich geschickte Laien selbst erneuern (Vorsicht: Beim Entfernen nicht zu tief hineinstechen, damit die darunter liegende Abdichtung nicht zerstört wird). Bei komplizierteren baulichen Mängeln, die immer wieder zu Problemen führen, gilt jedoch: Profis fragen. Keine teure Kellerabdichtung ohne vorherigen Rat eines Bausachverständigen.

Vermieter. Beschweren sich Mieter über Schimmel, lautet die Antwort oft: Mehr lüften. Lassen Sie sich nicht abwimmeln, zeigen Sie eigene Messprotokolle (mit Datum, Feuchte, Temperatur, Lüftungsintervallen). Notfalls den Mieterverein einschalten.

Vorbeugen. Lassen Sie keinen Raum in der Wohnung zu sehr auskühlen. Vor allem das Bad sollte immer gut geheizt sein. Je mehr Feuchtequellen in der Wohnung, desto wichtiger ist außerdem das Lüften.

Stoßlüftung. Mindestens viermal am Tag die Fenster weit öffnen, sodass die Frischluft quer durch die Wohnung oder - von unten nach oben – durchs Haus weht. Meist reichen fünf Minuten. Je kälter die Außenluft, desto wirkungsvoller: Die her­einströmende, trockene Kaltluft kann be­sonders viel Wasser aufnehmen.

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