Schimmel im Mehl Test

Die Stiftung Warentest hat 17 Weizenmehle auf Schimmel und Schimmel­pilzgifte untersucht. Anlass: Das ZDF-Magazin Wiso hatte Mitte Juli über Mehl­trans­porte in schimmeligen Tanks berichtet. Offen blieb, ob auch Mehl für zu Hause ein Schimmel­problem hat. test.de ist der Frage nachgegangen.

Weizenmehl Type 405 - Sehr geringe Belastung mit Schimmelpilzen

  • Aldi (Nord)/Goldähren Qualitäts-Weizenmehl aus sonnengereiften Ähren Hauptbild Aldi (Nord)/Goldähren Qualitäts-Weizenmehl aus sonnengereiften Ähren
  • Aldi (Süd)/Mühlen Gold Qualitäts-Weizenmehl Hauptbild Aldi (Süd)/Mühlen Gold Qualitäts-Weizenmehl
  • Alnatura Bio Weizenmehl Hauptbild Alnatura Bio Weizenmehl
  • Aurora Sonnenstern Mehl Hauptbild Aurora Sonnenstern Mehl
  • BÄKO Bäckerblume Weizenauszugsmehl Hauptbild BÄKO Bäckerblume Weizenauszugsmehl
  • Blütengold Weizenmehl Hauptbild Blütengold Weizenmehl
  • Diamant Weizenmehl Extra mit wertvollen Vitaminen Hauptbild Diamant Weizenmehl Extra mit wertvollen Vitaminen
  • Edeka/Gut & Günstig Qualitäts Weizen Mehl Hauptbild Edeka/Gut & Günstig Qualitäts Weizen Mehl
  • Kaufland/K Classic Weizenmehl Hauptbild Kaufland/K Classic Weizenmehl
  • Lidl/Grafschafter Weizenmehl Feinste Qualität Hauptbild Lidl/Grafschafter Weizenmehl Feinste Qualität
  • Netto Supermarkt/Mühlen König Hochwertiges Weizenmehl aus erlesenen Weizensorten Hauptbild Netto Supermarkt/Mühlen König Hochwertiges Weizenmehl aus erlesenen Weizensorten
  • Norma/Küchenstolz Weizenmehl Hauptbild Norma/Küchenstolz Weizenmehl
  • Rewe/ja! Weizenmehl Hauptbild Rewe/ja! Weizenmehl

Weizenmehl Type 405 - Geringe Belastung mit Schimmelpilzen

  • Bauck Hof Bio Weizenmehl Hauptbild Bauck Hof Bio Weizenmehl
  • Kathi Weizenmehl Hauptbild Kathi Weizenmehl
  • Netto Markendiscount/Korn Mühle Qualitäts Weizenmehl Hauptbild Netto Markendiscount/Korn Mühle Qualitäts Weizenmehl
  • Penny/puda Weizenmehl Feinste Qualität Hauptbild Penny/puda Weizenmehl Feinste Qualität
Alle Produkte anzeigenWeniger anzeigen

17 Mehle aus der Tüte im Schimmel-Check

Schimmel im Mehl Test

Blütenweiß und fein gemahlen – auch wenn ein Mehl perfekt aussieht, kann es mit Schimmelpilzen und ihren gesund­heits­schädlichen Giften belastet sein. Das Übel ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen, auch nicht zu riechen oder zu schme­cken. Nur im Labor lässt sich Schimmelbefall aufspüren. Dort hat die Stiftung Warentest jetzt 17 Weizenmehle der Type 405 geprüft, darunter klassische Marken, Eigenmarken von Discountern und Supermärkten, Bio- und Bäckermehle. Die Tester untersuchten die Mehle auf Schimmelpilze und von ihnen gebildete Gifte, die sogenannten Mykotoxine. Das Ergebnis beruhigt: Es wurden keine kritischen Gehalte nachgewiesen. Zwar war kein Mehl gänzlich frei von Schimmelpilzen, allerdings enthielten alle 17 nur sehr geringe bis geringe Gehalte. 12 Mehle waren außerdem sehr gering bis gering mit den Schimmelpilzgiften Ochratoxin A und Deoxynivalenol (DON) belastet. Im Klar­text: Alle getesteten Mehle blieben unter der Hälfte des jeweils zulässigen Höchst­gehalts an Mykotoxinen. Aflatoxine, Nivalenol, Zearalenon und T2-Toxin/HT2-Toxin konnten nicht nachgewiesen werden.

Krebs­er­regende Schimmelpilzgifte

Wegen der Mehle im Test müssen Verbraucher also nicht um ihre Gesundheit bangen. Schimmelpilzgifte gelten als unbe­denk­lich, wenn sie den jeweiligen EU-Höchstgehalt unter­schreiten. Erst wenn der Verbraucher dauer­haft zu viel dieser Gifte zu sich nimmt, drohen Schäden für Immun­system, Leber und Nieren. Ochratoxin A ist sogar krebs­er­regend. Das Tückische: Anders als Schimmelpilze können Schimmelpilzgifte hohe Temperaturen beim Backen und Kochen über­stehen.

Mehl ganz ohne Schimmel ist Illusion

Auf dem Herstellungsweg eines Mehls öffnen sich für Schimmelpilz­sporen viele Einfalls­tore: Das beginnt mit der Auswahl der Getreidesorte, manche ist anfäl­lig für Schimmel. Auf dem Feld begüns­tigen nicht verrottete Pflanzenreste und feucht-warmes Wetter – vor allem zur Getreideblüte – den Schimmelbefall. Der droht aber auch noch später – bei der Ernte, im Lager, in der Mühle, beim Trans­port, im Handel und schließ­lich zu Hause beim Verbraucher. Ein Mehl, das völlig frei von Schimmel ist, halten Experten für eine Illusion. Haus­halts­mehl ist eben kein steriles Produkt, seine Zusammenset­zung oben­drein ein guter Nähr­boden für Schimmel: viel Kohlenhydrate und bis zu 13,5 Prozent Wasser.

Industriemehl in Tank­wagen

Die Mühlen verpacken Haus­halts­mehl nach dem Mahlen in Tüten, das Industriemehl in der Regel nicht. Es wird statt­dessen in Tank­wagen gefüllt und dann zu den Bäckereien gebracht. Insider berichten, dass das Mehl an den inneren Tank­wänden durch­aus anba­cken und schimmeln könne. Das frische Mehl rutsche zwar oft daran vorbei, doch könnten auch Schimmelkrusten in die Fracht fallen und sie verderben. Die ZDF-Sendung Wiso zeigte Bilder von verschimmelten Tanks und machte eine unzu­reichende Reinigung sowie mangelnde Kontrollen dafür verantwort­lich. Der Verband Deutscher Mühlen bezeichnet die Beispiele aus der Wiso-Sendung als „absolute Ausnahme“.

Schwüler Sommer – ideales Klima für Schimmel

Bei den amtlichen Lebens­mittel­kontrollen ist Mehl bisher vergleichs­weise unauffäl­lig. Die Chemischen und Veterinär­unter­suchungs­ämter in Baden-Württem­berg analysierten zum Beispiel 2009 insgesamt 185 Getreide­proben, darunter auch Mehl. Das Ergebnis: In allen Proben wiesen die Chemiker DON nach, aber deutlich unter dem gesetzlichen Höchst­gehalt von 750 Mikrogramm pro Kilogramm. Die Bayerische Landes­anstalt für Land­wirt­schaft untersucht Weizen direkt nach der Ernte. Vor allem nach feucht-heißen Sommern werden Spitzen­werte an DON bis zum Zehnfachen des Höchst­gehaltes registriert. Solch stark belastetes Getreide muss übrigens vernichtet werden, etwa in Biogas­anlagen. Für diesen Sommer befürchten die Experten kein Schimmel­problem im hiesigen Weizen – auch weil es zur Zeit der Getreideblüte vieler­orts trocken war.

Kein Schimmel­alarm in Brötchen, aber in Nudeln

Auch die Stiftung Warentest untersucht regel­mäßig Lebens­mittel auf Schimmel und seine Gifte. Im März 2011 standen beim Test Weizenbrötchen zum Aufbacken auch Mykotoxine auf dem Prüf­stand. Dabei fielen nicht einmal annähernd kritische Gehalte auf. Beim Test von Spiralnudeln im April 2011 dagegen schlugen die Tester Alarm: In den Bio-Nudeln von zwei Anbietern wiesen sie das Schimmelpilzgift DON nach. Die Gehalte lagen deutlich über dem gesetzlich zulässigen Höchst­gehalt und bedeuten bei regel­mäßigem Verzehr insbesondere für Kinder ein Risiko. Diese Nudeln aus Hartweizengrieß waren nicht verkehrs­fähig und damit mangelhaft.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1793 Nutzer finden das hilfreich.