Mietrecht: Schimmelstreiter

Mangel: Mietrechtlich betrachtet ist Schimmel in der Wohnung ein Mangel. Er kann zur Minderung der Miete oder sogar zur Kündigung des Mietverhältnisses berechtigen. Die Frage, wer für den Schaden verantwortlich ist, führt oft zum Streit zwischen Mietern und Vermietern. Versuchen Sie zunächst aber, sich außergerichtlich zu einigen. Denn ein Prozess wird durch Gutachten und Gegengutachten schnell teuer.

Beweis: Grundsätzlich muss der Vermieter beweisen, dass der Schimmelschaden nicht durch eine mangelnde Bauqualität wie zum Beispiel ein undichtes Dach, durch Risse in der Fassade oder durch Wärmebrücken entstanden ist. Haben bauliche Mängel den Schimmel verursacht, muss der Vermieter den Schaden beheben.

Kosten: Gelingt es dem Vermieter aber, alle Ursachen aus seiner Verantwortung auszuschließen, ist der Mieter dran. Dann muss er darlegen, dass er genug geheizt und gelüftet hat und dass seine Möblierung den Schimmel nicht begünstigt hat. Ist seine Schuld am Schimmel erwiesen, muss der Mieter die Kosten für die Sanierung tragen.

Urteil: Ist Schimmel entstanden, obwohl der Mieter ordentlich gelüftet und geheizt hat, kann er auch dann eine Beseitigung des Problems verlangen, wenn beim Bau des Hauses die technischen Normen eingehalten wurden (LG Berlin, Az. 63 S 357/04).

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