Schiffs­fonds Meldung

Im Wege des Vergleichs ersetzt die Kreissparkasse Oster­holz einer Rentnerin 75 Prozent ihres Geldes in Höhe von 250 000 Euro, das sie in Schiffs­fonds investiert hat. Zu dem Vergleich kam es, nachdem das Ober­landes­gericht Celle deutlich machte, dass der Sparkassenberater die Anlegerin über die Provision, die die Sparkasse für den Vertrieb der Fonds kassierte, hätte aufklären müssen.

Anlegerin erhält 200 000 Euro Schaden­ersatz

Die Anlegerin erhält jetzt Schadens­ersatz in Höhe von 200 000 Euro. Dafür muss sie ihre drei Schiffs­beteiligungen auf die Bank über­tragen. Die Rentnerin hatte auf Empfehlung eines Kundenberaters der Kreissparkasse Oster­holz drei Schiffs­fonds über insgesamt 250 000 Euro zuzüglich fünf Prozent Agio (Gebühr) gezeichnet. Da sie aus den Fonds Ausschüttungen in Höhe von 34 000 Euro erhalten habe, sei ihr Schaden vergleichs­weise gering, erklärt der Hamburger Rechts­anwalt Peter Hahn, der die Frau vertritt.

Land­gericht Verden wies Klage ab

Beteiligt hatte sich die Rentnerin an der MS „Santa B-Schiffe“ GmbH & Co. KG und der „Santa P-Schiffe“ 2 vom Emissions­hauses MPC Capital AG sowie an der MS „Esterbroker“ Reederei Tamke GmbH & Co. KG. Nachdem die Ausschüttungen ausblieben, hatte sich die Anlegerin an Hahn Rechts­anwälte in Hamburg gewandt. In erster Instanz wies das Land­gericht Verden die Schaden­ersatz­klage ab. Bei den 23 000 Euro, die die Sparkasse als Provision kassiert hatte, handele es sich nicht um aufklärungs­bedürftige Vertriebs­provisionen, urteilte das Gericht.

Schaden­ersatz­klagen haben gute Chancen

Das sah das Ober­landes­gericht Celle anders. Darauf­hin einigten sich die Parteien auf den Vergleich. Nach Ansicht von Anwalt Hahn haben Zehn­tausende geschädigte Schiffs­fonds-Anleger gute Chancen vor Gericht Schaden­ersatz geltend zu machen. Mit zahlreichen Banken und Sparkassen ließen sich auch außerge­richt­liche Einigungen erzielen. Das sei jedoch in der Öffent­lich­keit kaum bekannt, da Banken und Anbieter meist verlangten, dass über den Inhalt des Vergleichs Still­schweigen bewahrt werden müsse.

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