Schiffs­fonds Meldung

Die Hansa Berlin auf Grund. Die Versicherung bewahrt Anleger vor Verlusten.

Die Havarie des erfolg­losen Fonds­schiffs Hansa Berlin erspart Anlegern Verluste. Das Schiff war gut versichert und nun gibt es Geld für die Anleger. Finanztest schildert den traurigen Fall mit gutem Ausgang.

Havarie in schwerer See

Ein Sturm in der Karibik hat Anlegern des Schiffs­fonds M/S Hansa Berlin viel Geld gerettet. Ihr Fonds­schiff lief bei schwerer See im August 2012 vor Havanna auf Grund. Die Besat­zung wurde evakuiert, die Versicherung zahlte. Damit war der Notverkauf des Schiffes hinfäl­lig.

Positive folgen für die Anleger

Der Notverkauf des verlust­reichen Schiffes für nur 2,7 Millionen US-Dollar war bereits beschlossen. Nun zahlte statt­dessen die Versicherung mit 8,25 Millionen US-Dollar etwa das Dreifache. Zusammen mit den Steuer­vorteilen, die Anleger schon erhalten hatten, hievte das ihre Beteiligung doch noch über die Gewinn­schwelle. Das ersparte ihnen die Verluste, über die Finanztest noch in der Ausgabe 05/2013 berichtet hatte.

Anbieter­prognose traf nicht zu

Im Jahr 1993 hatte der Anbieter Hansa Treu­hand Anlegern, die sich mit 100 000 Euro beteiligten, jähr­liche Ausschüttungen von rund 8 Prozent in Aussicht gestellt – insgesamt 92 Prozent binnen zwölf Jahren. Oben­drauf sollte es rund 100 000 Euro aus dem Schiffs­verkauf im Jahr 2005 geben. So hätten Anleger ihre Investition binnen zwölf Jahren mit 192 000 Euro nahezu verdoppelt und zusätzlich Steuer­vorteile erzielt. Doch die Prognose traf nicht zu.

Eine viel zu positive Rechnung

Die Hansa Treu­hand hatte viel zu positiv gerechnet. Obwohl die Schiff­fahrts­märkte viele Jahre gut liefen, brachte der Schiffs­betrieb in 19 Jahren nur schlappe 74 Prozent an Ausschüttungen. Prognostiziert waren 92 Prozent in zwölf Jahren. Der Notverkauf hätte nichts einge­bracht, Anleger hätten von ihren 100 000 Euro also nur 74 000 Euro zurück­bekommen.

So wird nun abge­rechnet

Im Jahr 2010* forderte die Fonds­gesell­schaft von Anlegern Ausschüttungen in Höhe von 12 000 Euro für die Sanierung des Fonds zurück. Nur ein Teil der Anleger zahlte. Anleger, die sich an der Sanierung beteiligt haben, bekommen nun bevor­zugt rund 40 000 Euro aus dem Erlös (74 000 – 12 000 + 40 000 = 102 000). Alle anderen bekommen 20 000 Euro (74 000 + 20 000 = 94 000). Ihre Steuer­vorteile aus der Beteiligung müssen sie noch dazu­rechnen.

(* Passage geändert am 24.05.2013.)

Dieser Artikel ist hilfreich. 3 Nutzer finden das hilfreich.