Schiedsämter Meldung

Weil viele Gerichte in einer Flut von Bagatellstreitigkeiten ersticken, wird bei Zivilsachen bis 1.500 Mark künftig ein außergerichtlicher Schlichtungsversuch zwingend vorgeschrieben. Erst wenn der scheitert, ist der Weg vor ein ordentliches Gericht offen. Dies wollen die Bundesländer im Lauf dieses Jahres in Landesgesetze umsetzen. Bis dahin ist das Schlichtungsverfahren noch freiwillig. Bundesweit stehen dafür etwa 10.000 Schiedspersonen bereit ­ außer in Bayern, Baden-Württemberg, Bremen und Hamburg, wo es ähnliche Stellen gibt. Schiedspersonen werden von den Amtsgerichten vereidigt oder verpflichtet.

Adressen gibt es bei den Stadtverwaltungen, Amtsgerichten, beim Bund der Schiedsmänner/-frauen (Wagenfeldstraße 1, 44787 Bochum, Tel.: 02 34/6 69 60, www.schiedsamt.de). Zuständig ist die Schiedsstelle am Wohnsitz der Gegenpartei. Vorteile: Das Verfahren kostet meist nur 60 bis 100 Mark. In sechs von zehn Zivilfällen führt es zu einer Einigung. Neben den Schiedspersonen gibt es weitere, meist kostenfreie Schlichtungsstellen bei den Handwerkskammern, den Industrie- und Handelskammern, beim Verband der Radio- und Fernsehtechniker, den Architektenkammern sowie Ärztekammern, für das Kfz-Handwerk, den Gebrauchtwagenhandel, Textilreinigungen.

Tipp: Während einer freiwilligen Schlichtung laufen die Verjährungsfristen meist weiter. Wer nach einem Fehlschlag klagen will, muss sich beeilen.

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