Bekommt jemand binnen zehn Jahren mehrfach Vermögen geschenkt, erhält er dafür den bei der letzten Schenkung gültigen Steuerfreibetrag. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (Az. II R 43/03).
Das Urteil ist für alle interessant, die vor und nach dem Jahreswechsel 1997 Vermögen bekommen haben. In dem Fall erhielt ein Sohn von seinem Vater Millionen. Es waren einfach gerechnet:

1990         3 000 000 Mark
1995            800 000 Mark
1997        1 500 000 Mark
Summe  5 300 000 Mark

Vor 1997 betrug der Freibetrag für den Sohn 90 000 Mark und später 400 000 Mark.
Insgesamt bekam er Vermögen von rund 5 300 000 Mark geschenkt. Davon rechneten die Richter den zuletzt gültigen Freibetrag von 400 000 Mark ab. Es blieben 4 900 000 Mark, für die rund 931 000 Mark (19 Prozent) Steuern fällig waren.
Davon gingen die Steuern für die insgesamt 3 800 000 Mark hohen Schenkungen aus der Zeit vor 1997 ab. Die haben die Richter ohne Abzug eines Freibetrags berechnet und sind auf rund 722 000 Mark (19 Prozent) gekommen.
Nachdem sie diesen Betrag abgezogen hatten, blieben Schulden von 209 000 Mark beim Finanzamt (931 000 Mark - 722 000 Mark).

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