Nur bei streng getrennter Haushaltsführung kann man das für die Scheidung notwendige Trennungsjahr auch in der gemeinsamen Wohnung absolvieren. Wer dagegen weiter arbeitsteilig wirtschaftet, lebt nicht "getrennt", so das Pfälzische Oberlandesgericht Zweibrücken (Az. 5 UF 82/99).

Ein Ehepaar hatte sich auseinander gelebt, wohnte aber weiter in einer Wohnung. Während der Woche arbeitete er auf Montage und bezahlte vom Verdienst die Einkäufe und die Miete. Sie kochte dafür und erledigte den Haushalt. Gegessen und geschlafen wurde an den Wochenenden aber getrennt.

Zu viel Gemeinsamkeit, urteilten die Oberlandesrichter. Zwar gelte als Trennungszeit auch das getrennte Nebeneinander in einer Wohnung. Das Paar habe jedoch noch in einer ehelichen Lebensgemeinschaft gelebt, wenn auch in auslaufender Form. Das Trennungsjahr habe deshalb erst mit dem Auszug des Mannes begonnen.

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