Schäden an Häusern Meldung

Die Menschen im bayrischen Katastrophengebiet kommen nicht zur Ruhe. Nachdem gewaltige Schneemassen einige Dächer zum Einsturz gebracht und Häuser nachhaltig geschädigt haben, ist nun Tauwetter und Regen prognostiziert. Folge: Der Regen macht den Schnee auf den Dächern noch schwerer. Und Meteorlogen warnen davor, dass das Tauwasser wegen der gefrorenen Böden und Flüsse nicht abfließen kann. test.de gibt Tipps zum Thema und sagt, für welche Schäden die Versicherung haftet.

Schäden am Gebäude

Seit Jahrzehnten hat es solche Schneemassen in Süddeutschland nicht mehr gegeben. Laut ersten Schätzungen der lokalen Behörden hat die Schneekatastrophe bereits jetzt Schäden in mehrstelliger Millionenhöhe hinterlassen. Viele Schäden werden vermutlich erst offensichtlich, wenn der Schnee getaut ist. Selbst wenn die Häuser dem Druck der tonnenschweren Schneelast standgehalten haben, bleiben bei vielen Wänden und Stützbalken Risse zurück. Falls tragende Wände betroffen sind, muss das Haus auf die Statik hin untersucht, gegebenenfalls gesichert oder im schlimmsten Fall komplett neu gebaut werden. Auf den Kosten für Reparatur und Neubau bleibt der Hauseigentümer in der Regel selbst sitzen. Grundsätzlich gilt: Schäden am Haus durch Schneedruck oder Überschwemmungen sind nicht über die Wohngebäudeversicherung abgesichert. Diese übernimmt im Normalfall nur Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm, Hagel und Leitungswasser. In zwei Ausnahmen erhalten Versicherte aber doch den Schaden ersetzt:

  • Elementarschadenversicherung. Hauseigentümer können zusätzlich zur Wohngebäudeversicherung eine so genannte Elementarschadenversicherung abschließen. Dieses Paket umfasst den Schutz gegen Schäden durch Erdbeben, -fall oder -rutsch sowie Schneedruck, Lawinen und Überschwemmung. Je nach Versicherungsgesellschaft, Lage und Wert des Hauses kostet der Schutz gegen Elementarschäden zwischen 50 und 250 Euro im Jahr. Steht das Haus allerdings in einer hochwassergefährdeten Region, ist die Versicherung mitunter schwer zu bekommen. Hat es in den letzten 10 bis 50 Jahren ein oder mehrere Überschwemmungen in der Region gegeben, führen die Versicherer meist Einzelfallprüfungen durch. Gegen einen Prämienaufschlag oder eine erhöhte Selbstbeteiligung ist der Schutz dann unter Umständen trotz der Vorschäden erhältlich.
  • Alte DDR-Policen. Anders sieht es für Hauseigentümer in den neuen Bundesländern aus, die für die Wohngebäudeversicherung noch eine Police aus Zeiten der DDR haben. In diesen Versicherungen sind Schäden durch Schneedruck und Überschwemmungen bereits enthalten. Diese Policen führt heute die Allianz weiter. Der Konzern hatte nach der Wende das Versicherungsunternehmen der DDR übernommen.

Schäden am Hausrat

Auch die Hausratversicherung zahlt normalerweise nicht für Schäden durch Schneedruck oder Überschwemmungen. Versichert ist Hausrat nur gegen Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser und Einbruchdiebstahl. Nur in der so genannten erweiterten Haushaltsversicherung der ehemaligen DDR sind Schäden durch Schneedruck und Überschwemmungen automatisch im Versicherungsschutz enthalten. Nach Angaben der Allianz gibt es davon noch rund drei Millionen Policen. Ansonsten muss – analog zur Wohngebäudeversicherung – zusätzlich zur Hausratversicherung eine erweiterte Elementarschadenversicherung abgeschlossen sein. Bei 50 000 Euro Hausratversicherungssumme kostet das je nach Region und Versicherungsgesellschaft 10 bis 40 Euro extra im Jahr. Gesellschaften, die die erweiterte Elementarschadenversicherung für Gebäude anbieten, bieten diese meist auch für die Hausratversicherung an.

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