Schadstoffe in Lebensmitteln Meldung

Gesunde Ernährung ist in: Experten empfehlen viel Obst und Gemüse zu essen. Doch regelmäßig verderben Meldungen über Pestizide und andere Schadstoffe in Lebensmitteln den Appetit. test.de zeigt, wie Sie Ihr Essen trotzdem genießen und sich gesund ernähren.

Schadstoffe in Obst und Gemüse

Obst und Gemüse sind gesund. Fünfmal am Tag sollte davon eine Portion auf dem Speiseplan stehen. Was vielen jedoch häufig den Hunger auf Äpfel, Gurken und Co. verdirbt, sind Meldungen über Schadstoffe wie Pestizide, mit denen Obst und Gemüse belastet sind. Daher testet auch die Stiftung Warentest regelmäßig, ob Lebensmitteln mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Überschreitungen dieser Höchstmengen kamen in Tests der letzten Jahre selten vor. Dennoch: Immerhin 29 Prozent der normalen Handelsware war „deutlich“ oder sogar „hoch“ belastet. Und auch Kontrollen auf Bundes- und Länderebene zeigen: Die Zahl der nachgewiesenen Rückstände in Obst und Gemüse nimmt zu. Oftmals überschreiten vor allem aus anderen Ländern importierte Obst- und Gemüsesorten die Höchstgrenzen. Ein Grund dafür können unterschiedliche Gesetzte über den Einsatz von Pestiziden sein. Zudem schwankt bei vielen Sorten die Pestizidbelastung je nach Saison erheblich. Beispiel Erdbeeren. Früchte aus der Hauptsaison sind meist deutlich weniger belastet als Erdbeeren, die schon vor Juni in den Regalen stehen.

Tipp: In Nordrhein-Westfalen bietet das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als erstes Bundesland einen Pestizidreport an. Es listet dort auf, welche Handelskette Höchstmengen an Pestiziden bei Obst und Gemüse überschritten hat. Generell gilt: Kaufen Sie möglichst abwechslungsreich ein und setzten Sie verstärkt auf saisonale Produkte aus der Region.

Bio meist pestizidfrei

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte biologisch angebaute Produkte wählen. Frisches Bio-Obst und -Gemüse sowie Biotee sind meiste pestizidfrei. Das zeigten acht Untersuchungen auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in den vergangenen Jahren. In knapp drei Viertel der Bioware konnten die Tester keine Pestizide nachweisen. Die Ökoproduktion verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide. Gegen Schädlinge und Unkraut gehen Bioerzeuger mit robusten Pflanzen, aber auch mit Seifen, Ölen und Kupfer vor, und sie vermeiden Monokulturen.

Gefährliche Viren und Bakterien

Häufig sind Lebensmittelinfektionen durch Viren und Bakterien bedrohlicher für die Gesundheit als Pestizide. Vor allem tierische Produkte wie Fleisch- oder Fischerzeugnisse enthalten oft unerwünschte Keime wie Staphylokokken, Salmonellen oder Listerien. Aber auch Obst und Gemüse kann verunreinigt sein. Je nach Keimtyp und Keimzahl ist eine Infektion vor allem für Kinder, Schwangere, geschwächte und ältere Menschen gefährlich. Die Mikroorganismen können aber auch den Geschmack der Produkte ruinieren. Doch nicht immer ist die Industrie Schuld. So entstehen beispielsweise etwa 85 Prozent der Salmonelleninfektionen durch Hygienemängel im Haushalt.
Tipp: Die Tipps zur Hygiene in der Küche zeigen, wie Sie Infektionen vermeiden können.

Umfrage vom Bundesinstitut für Risikobewertung

Salmonellen, Pflanzenschutzmittel oder auch gentechnisch veränderte Produkte - das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) untersucht und informiert regelmäßig über gesundheitliche Risiken, die Lebensmitteln, andere Produkte oder einzelne Inhaltsstoffe bergen können. Das BfR möchte in einer Umfrage genauer analysieren, ob diese Informationen bei den Verbrauchern tatsächlich ankommen. Denn viele der Risiken sind in der Öffentlichkeit meist nur wenig bekannt. Wer sich an der Umfrage beteiligt, erhält am Ende der Umfrage ausführliche Informationen über die 15 abgefragten Risiken.
Zur Umfrage des BfR

Natürliche Gifte in den Pflanzen

Nicht zuletzt enthalten Pflanzen selbst viele natürliche Gifte, mit denen sie sich vor Viren, Bakterien, aber auch Insekten schützen. Viele dieser Stoffe sind für Menschen nur in hoher Dosierung schädlich. Geringe Mengen haben dagegen eine gute Wirkung auf die Gesundheit. Dazu zählen zum Beispiel Saponine in Hülsenfrüchten. Das sind Bitterstoffe, die den Cholesterinspiegel senken, das Immunsystem stimulieren und Krebszellen am Wachstum hindern. Ganz speziell sollen sie vor Dickdarmkrebs schützen.
Tipp: Das Special Gesunde Ernährung informiert umfassend über sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkung.

Stoffwechselabfälle im Körper

Auch im menschlichen Organismus entstehen durch Stoffwechselprozesse Abfallprodukte, die der Körper entsorgen muss. Das ist die Hauptaufgabe von Nieren und Leber. Sie schleusen natürliche Bestandteile aus der Nahrung, die der Körper nicht benötigt oder die nicht erwünscht sind heraus, transportieren aber auch Gifte wie Medikamente, Umweltchemikalien und Schwermetalle. Mit einer gesunden Lebensweise und Ernährung kann jeder seinen Körper dabei unterstützen. Dazu zählt neben ausreichend Bewegung, ausgewogener Ernährung auch die gründliche Auswahl möglichst schadstoffarmer und hochwertiger Lebensmittel und die gesunde Zubereitung in der Küche.

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