Bei Schäden darf der Geschädigte den Gutachter wählen.

Beschädigt ein Auto­fahrer bei einem Unfall den Wagen eines anderen, hat der Geschädigte die freie Wahl, sich einen Gutachter auszusuchen, der den Schaden in Augen­schein nimmt. So urteilte das Amts­gericht Nördlingen (Az. 3 C 782/17).

Ein Schaden, zwei Gutachten

In dem Fall hatte die Versicherung des Unfall­ver­ursachers einen Sach­verständigen vorgeschlagen, der für seine Arbeit 280 Euro verlangte. Der Geschädigte suchte sich jedoch einen anderen Gutachter, der knapp 590 Euro forderte. Die Versicherung regulierte nur die 280-Euro-Rechnung.

Wahl muss nur wirt­schaftlich sein

Das Gericht entschied zugunsten des Geschädigten. Die Begründung: Ein Geschädigter dürfe sich den Sach­verständigen seines Vertrauens aussuchen. Die Wahl müsse zwar wirt­schaftlich sein, aber er müsse nicht uneinge­schränkt zugunsten des Versicherers sparen. Das über­steige die Grenzen der Zumut­barkeit. Außerdem habe das Honorar des von der Versicherung vorgeschlagenen Gutachters weit unter den markt­üblichen Preisen gelegen. Deswegen durfte der Mann bezweifeln, ein unabhängiges Gutachten erhalten zu haben.

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