Interview: Versicherer im Test

Schaden­regulierung Special

Finanztest prüft in den Tests vor allem Verträge, kaum die Schaden­regulierung. Holger Rohde, wissenschaftlicher Leiter des Teams Versicherungen und Recht, erklärt die Gründe.

Bei Finanztest-Unter­suchungen von Haft­pflicht- und anderen Versicherungen spielt meist keine Rolle, wie gut oder schlecht die Versicherungs­unternehmen Schäden regulieren, obwohl das viele Leser interes­siert. Warum ist das so?

Holger Rohde: Kern von Versicherungen ist der Versicherungs­vertrag. Ist der gut formuliert, verringert sich die Gefahr, dass es im Leistungs­fall Streit gibt. Hier liegt der größte Nutz­wert für unsere Leser. Deshalb liegt der Schwer­punkt unserer Unter­suchungen auf der Analyse und Bewertung der Versicherungs­bedingungen. Dabei achten wir darauf, dass alle wesentlichen Risiken abge­deckt sind und der Vertrag für den Kunden klar und deutlich formuliert ist.

Ergänzend dazu unter­suchen wir von Fall zu Fall auch das Regulierungs­verhalten von Versicherern. Das geht natürlich jeweils nur für die Vergangenheit. Systematische Unter­suchungen von Schaden­regulierung über die Darstellung von Einzel­fällen hinaus sind sehr aufwendig. Bei Kasko­versicherungen haben wir uns rund 700 Fälle bis ins letzte Detail hinein angeschaut. Dabei schnitten die Versicherer ganz ordentlich ab.

Bleibt es dabei oder wird die Qualität der Regulierung vielleicht häufiger als bisher Thema in Finanztest-Unter­suchungen?

Holger Rohde: Grund­sätzlich bleibt es dabei. Wir beob­achten aber aufmerk­sam, was geschieht und was unsere Leser besonders interes­siert. Wir wollen auch in Zukunft immer mal wieder systematisch unter­suchen, wie Versicherer sich bei Schadenmeldungen verhalten und ob und wie gut sie Schäden regulieren. Wir freuen uns außerdem, wenn Leser uns über Einzel­fälle informieren und wir uns das genauer anschauen können.

Bitte informieren Sie uns über gute oder schlechte Regulierung unter: schaden­regulierung@stiftung-warentest.de

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