Durch den Beitritt zu Falk-Zinsfonds geschädigte Anleger laufen Gefahr, mögliche Schadenersatzansprüche gegen die Verantwortlichen durch Verjährung zu verlieren. Nach Angaben von Rechtsanwalt Ralph Veil findet sich im Falk-Vertragswerk eine Klausel, wonach mögliche Schadenersatzforderungen wegen falscher Angaben in den Prospekten innerhalb von sechs Monaten nach Kenntnis verjähren. Nach seiner Einschätzung könnte danach bereits im September Verjährung eintreten. Er empfiehlt betroffenen Anlegern, so bald wie irgend möglich Güteverfahren bei einer staatlich anerkannten Gütestelle einzuleiten.

Vier Gesellschaften insolvent

Vier Gesellschaften der Falkgruppe meldeten im Frühjahr wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenz an. Für Anleger sind deshalb Ersatzansprüche gegen die Gründungsgesellschafter und geschäftsführenden Gesellschafter besonders wichtig. Nach Einschätzung von Anlegeranwälten könnte die übertrieben optimistische Darstellung der Aussichten des Falk-Zinsfonds im Prospekt zu Schadenersatzansprüchen führen. Voraussetzung allerdings: Die Ansprüche sind nicht verjährt.

Güteverfahren kann weiterhelfen

In der Regel verjähren zivilrechtliche Forderungen in drei Jahren gerechnet ab Ende des Jahres, in dem die Forderungen entstanden sind. Eine Klausel in den Falk-Verträgen verkürzt die Verjährung für Prospekthaftungsansprüche auf sechs Monate ab Kenntnis der Fehler im Prospekt. Juristen zweifeln an der Wirksamkeit der Klausel. Betroffene sollten die Verjährung zur Sicherheit dennoch stoppen. Von einem gerichtlichen Vorgehen rät Rechtsanwalt Ralph Veil aus der Münchener Kanzlei Mattil derzeit allerdings ab. Grund: Es würden hohe Gerichts- und in aller Regel auch Rechtsanwaltskosten fällig, ohne dass sich die Erfolgsaussichten derzeit genauer abschätzen lassen. Einfacher und für vergleichsweise geringe Gebühren lässt sich die Verjährung durch die Einleitung eines Güteverfahrens bei einer staatlich anerkannten Gütestelle stoppen. Das geht auch ohne Anwalt.

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