Anschnallen. Sichert Leben – und Ersatz­ansprüche.

Ein schwer verletzter Auto­fahrer muss sich ein Mitverschulden von 30 Prozent anrechnen lassen, weil er nicht ange­schnallt war. Statt der geforderten 45 000 Euro Schmerzens­geld erhält er höchs­tens 31 500 Euro. So hat es das Ober­landes­gericht München entschieden (Az. 10 U 3171/18).

Der Fall: Schwerer Auffahr­unfall

Es ging um einen heftigen Auffahr­unfall, bei dem ein Auto auf die Gegen­fahr­bahn geschoben wurde. Mit diesem stieß ein entgegen­kommender Wagen zusammen. Dessen Fahrer erlitt schwere Verletzungen, weil seine Knie durch die Wucht des Aufpralls gegen das Armaturenbrett gepresst wurden. Er forderte Schaden­ersatz.

Das Urteil: Ohne Gurt heißt Mitverschulden

Das Land­gericht Passau hatte noch geur­teilt, dass ihn der Unfall­ver­ursacher voll entschädigen muss. Die Ober­landes­richter in München kürzten seinen Schaden­ersatz­anspruch jedoch um 30 Prozent. Mit Sicher­heits­gurt wäre er erheblich weniger schwer verletzt worden. Der Verstoß gegen die Gurt­pflicht sei wie ein Mitverschulden von 30 Prozent zu bewerten.

Dieser Artikel ist hilfreich. 4 Nutzer finden das hilfreich.