Schaden­ersatz für Geld­anleger: Rechts­schutz mit Versicherung

Fein raus sind geschädigte Geld­anleger, wenn sie eine passende Rechts­schutz­police haben. Ob der Versicherer zahlen muss, ist aber meist schwer heraus­zufinden. Auf Auskünfte der Versicherung sollten sich Anleger nicht verlassen.

Ablehnung oft rechts­widrig

Viele Rechts­schutz­versicherer verweigern geschädigten Anlegern zunächst die Leistung, obwohl sich später bei genauer Prüfung des Falls heraus­stellt: Sie müssen doch zahlen. Sogar Jahre nach der Kündigung einer Rechts­schutz­versicherung muss der Versicherer noch zahlen, wenn der Vertrag lief, als der Versicherte die Geld­anlage abge­schlossen hat.

Klauseln auf dem Prüf­stand

Hinzu kommt: Ausschlüsse der Leistung von Rechts­schutz­versicherern sind zuweilen unwirk­sam. Gerade kürzlich hat das Ober­landes­gericht München auf eine Klage der Verbraucherzentrale Nord­rhein-West­falen hin entschieden: Eine von vielen Rechts­schutz­versicherern verwendete Klausel über den Ausschluss der Zahlung für Streitig­keiten von bestimmten Geld­anlagen ist unklar und damit unwirk­sam.

Prüfung beim Rechts­anwalt

test.de rät daher: Gehen Sie gleich zum Rechts­anwalt, wenn Ihnen das Ihr Versicherungs­vertrag nicht ausnahms­weise ausdrück­lich verbietet. Nehmen Sie die Unterlagen zu Ihrer Rechts­schutz­versicherung mit. Der Anwalt prüft dann, ob die Rechts­schutz­versicherung zahlen muss. Und: Wenn die Versicherung tatsäch­lich nicht zahlen muss, sollten sie bei guten Erfolgs­aussichten auch ohne finanzielle Rücken­deckung gegen Bank oder Sparkasse vorgehen.

Unwirk­samer Leistungs­ausschluss:
Ober­landes­gericht München, Urteil vom 22.09.2011
Aktenzeichen: 29 U 589/11

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