Schaden­ersatz für Geld­anleger: Richtig fordern

Ohne Anwalt lässt sich Schaden­ersatz gegen Banken und Sparkassen kaum durch­setzen. Trotzdem sollten Anleger erst selbst an die Bank schreiben. test.de erklärt, warum und wie das geht.

Mehrere Hundert Euro sparen

Selbst Schaden­ersatz einzufordern, kann sich lohnen. Hintergrund: Wenn Bank oder Sparkasse am Ende zu Schaden­ersatz verurteilt werden, müssen sie auch alle Rechts­anwalts­gebühren über­nehmen. Allerdings: Honorare, die schon vor der gericht­lichen Auseinander­setzung entstanden sind, müssen sie nicht ersetzen. Diese Honorare können je nach Höhe der Schaden­ersatz­forderung weit über 1 000 Euro betragen. Anleger, die den Schaden­ersatz zunächst selbst anfordern und der Bank eine Zahlungs­frist setzen, können Ersatz auch für diese außerge­richt­lichen Rechts­anwalts­honorare verlangen.

Die Bank in Verzug setzen

So gehen Sie vor:

  • Sie schreiben an die Bank oder Sparkasse, die Sie bei der Geld­anlage beraten hat.
  • Nennen Sie die Geld­anlage, das Datum des Vertrags­schlusses und möglichst auch zusätzlicher Beratungs­termine.
  • Stellen Sie dar, wie viel Geld sie mit der Anlage verloren haben.
  • Fordern Sie bei Fonds, die Sie nicht verkaufen können, Ersatz der gesamten Investition Zug um Zug gegen Rück­über­tragung der Fonds­anteile.
  • Behaupten Sie: Für diese Geld­anlage hat die Bank oder Sparkasse Provisionen kassiert, ohne Sie darüber zu informieren.
  • Verlangen Sie den Ausgleich der Verluste inner­halb einer angemessenen Frist. Was angemessen ist, hängt davon ab, wie lange die Geld­anlage zurück­liegt und wie komplex der Fall ist. Meist sind drei bis vier Wochen ausreichend Zeit für die Bank, etwaige Ansprüche zu prüfen und zu reagieren.
  • Kündigen Sie an, einen Rechts­anwalt zu beauftragen, wenn die Frist verstreicht.
  • Schi­cken Sie das Schreiben als Einschreiben mit Rück­schein oder stecken Sie es vor Zeugen persönlich in den Brief­kasten des Geld­instituts.

Fehler schaden nicht

Wenn Sie irrtümlich zu Unrecht Schaden­ersatz fordern oder Ihnen im Forderungs­schreiben Fehler unter­laufen und es unwirk­sam ist, schadet das nicht. Im schlimmsten Fall müssen Sie lediglich die Kosten für außerge­richt­liche Vertretung durch Ihren Anwalt selbst zahlen. Wenn Sie von vorneherein auf ein Forderungs­schreiben verzichten, steht hingegen fest, dass sie diesen Teil der Rechts­anwalts­rechnung auf jeden Fall selbst zahlen müssen.

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