Schadenersatz für Geldanleger: Schlechter Rat ist teuer

Jeder Anlageberater – egal ob Bankmitarbeiter oder freier Vermittler – haftet für handfeste Beratungsfehler. Wenn er Geldanleger falsch oder irreführend informiert, ist Schadenersatz fällig – aber oft schwer durchzusetzen.

Berater in der Pflicht

Ein Berater muss Geldanleger über alle wesentlichen Aspekte einer Geldanlage korrekt informieren. Unabhängig von einer konkreten Geldanlage muss er zunächst einmal erfragen, was sein Klient schon weiß, wofür er das Geld anlegt, welche Geldanlagen er schon hat und wie viel Risiko er bereit ist einzugehen.

Schadenersatz bei Falschberatung

Bei Falschberatung haben Anleger Anspruch auf Schadenersatz. Typische Fälle: Der Berater empfiehlt einem Senioren Anteile an einem riskanten Immobilienfonds oder Anleihen eines Emittenten mit zweifelhafter Bonität, obwohl der Kunde nur seine Rente aufbessern will.

Anleger haben Beweislast

Allerdings: Was der Berater genau gesagt hat, bleibt oft unklar. Schadenersatz bekommen Anleger aber nur, wenn sie eine Falschberatung nachweisen können. Meist vernehmen die Gerichte den Geldanleger, etwaige Begleiter und den Berater. Bewiesen ist die Falschberatung, wenn sie zur Überzeugung des Gerichts nach der Beweisaufnahme feststeht. Wenn Zweifel bleiben, geht das zu Lasten der Anleger.

Urteile zu den Pflichten von Anlageberatern:
Bundesgerichtshof, Urteil vom 06.07.1993
Aktenzeichen: XI ZR 12/93
Bundesgerichtshof, Urteil vom 05.11.2009
Aktenzeichen: III ZR 302/08

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