Schadenersatz für Geldanleger: Verlusten auf der Spur

Schadenersatz können Anleger nur verlangen, wenn sie ihre Verluste auch bemerken. Das ist gerade bei geschlossenen Fonds nicht immer einfach. test.de gibt Hinweise.

Insolvenz aus heiterem Himmel

Gefahr droht vor allem bei geschlossenen Fonds zum Steuersparen. Auch wenn jahrelang die versprochenen Ausschüttungen pünktlich überwiesen wurden, kann ein Fonds kurz vor der Pleite stehen. Besonders ärgerlich dann: Als eine seiner ersten Amtshandlungen wird der Insolvenzverwalter Ausschüttungen zurückfordern. Die Inhaber von Fondsanteilen sind rechtlich Gesellschafter des Fonds und müssen Zahlungen erstatten, die das Gesellschaftsvermögen verringert haben. Im Klartext: Im Fall einer Insolvenz sind nicht nur die Fondsanteile weitgehend wertlos, sondern dann müssen die Inhaber oft auch alle Ausschüttungen noch an den Insolvenzverwalter zurückzahlen. Sogar die Forderung nach zusätzlichem Geld – so genannte „Nachschüsse“ – sind zugunsten der Gläubiger eines Fonds oft möglich.

Schwer durchschaubare Abrechnung

In jedem Fall Pflicht für Inhaber von Anteilen geschlossener Fonds: Sie müssen die Informationen zur wirtschaftlichen Situation sorgfältig und kritisch lesen. Besonderer Anlass zur Besorgnis besteht

  • wenn bei einem Filmfonds Verzögerungen oder wesentliche Änderungen bei der Produktion gemeldet werden
  • wenn sich bei einem Schiffsfonds der Stapellauf verzögert oder
  • wenn bei einem Immobilienfonds Sanierungsbedarf auftaucht.

Im Zweifel sollten Inhaber von Fondsanteilen einen Fachmann bitten, die Berichte zur Situation des Fonds kritisch zu prüfen.

Geldanlagen ab 2002

Erreichbar ist Schadenersatz noch für Geldanlagen ab 2002. Forderungen für ältere Geldanlagen sind verjährt. Im Einzelfall können auch Forderungen wegen später abgeschlossener Verträge verjährt sein. In der Regel jedoch beginnt die Verjährung überhaupt erst, sobald der Betroffene von allen wesentlichen Umständen erfährt.

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