Restaurant­besitzer können aufatmen: Wenn der Gast mit seinem Stuhl zusammenbricht, müssen sie keine Konsequenzen fürchten, sofern der Stuhl vorher keinen wackeligen Eindruck gemacht hat. So sah es jedenfalls das Land­gericht Magdeburg (Az. 10 O 1311/15). Der Fall: Ein Ehepaar wollte im Restaurant frühstücken. Als sich der Mann auf einen Stuhl setzte, brach der unver­mittelt unter ihm zusammen. Der Mann verletzte sich so unglück­lich, dass er vom Restaurant­besitzer 3 000 Euro Schmerzens­geld und 7 000 Euro Entschädigung für den Verdienst­ausfall forderte. Das Gericht wies die Klage ab und begründete: „Dem Gast­stätten­besitzer ist lediglich eine Sicht­kontrolle zuzu­muten.“ Er müsse aber nicht regel­mäßig an allen Stühlen rütteln, um zu über­prüfen, ob der Leim noch hält. Das Gericht bedauerte den Unfall des Klägers ausdrück­lich, aber nicht immer gebe es bei einem Unglück auch einen Schuldigen.

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