Sauna Meldung

Regelmäßige Saunagänger kommen besser über den Winter. Der Wechsel von extremen Wärme- und Kältereizen stärkt ihr Immunsystem, Erkältungen haben kaum eine Chance. Weitere gute Effekte: Die Muskulatur entspannt, der Körper schüttet Glückshormone aus. test gibt Tipps für effektive Saunabesuche.

Finnische Sauna am bekanntesten

Das Herbstwetter macht frösteln, die Stimmung ist im Keller und die nächste Erkältung nicht mehr weit? Dann ist es Zeit für einen Saunabesuch. Denn wer dort regelmäßig schwitzt, kann die kalte Jahreszeit entspannter auf sich zukommen lassen und bleibt im besten Fall auch gesünder. Die finnische Sauna mit ihrem trockenen Klima von 80 bis 100 Grad Celsius ist hierzulande am bekanntesten und ein wahres Allroundtalent: Zum einen macht sie schön, da sie die Hautzellenerneuerung ankurbelt. Durch den Wechsel von extremen Wärme- und Kältereizen verbessert sie außerdem die Regulation des Wärme- und Wasserhaushalts unseres Körpers und unterstützt Stoffwechsel und Nierentätigkeit. Die gesamte Muskulatur entspannt, und der Körper schüttet Glückshormone aus.

Saunieren beugt vor und heilt

Studien aus Japan belegen außerdem, dass die Zellschicht an der Innenfläche der Blutgefäße durch das Saunabaden stabilisiert wird, wie Prof. Dr. med. Eberhard Conradi, Vorsitzender des Deutschen Sauna-Bundes, erklärt: „Das bewirkt einen Schutzeffekt gegenüber Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Da regelmäßige Saunabader zudem in den Genuss eines abwehrgestärkten Immunsystems kommen, haben auch Schnupfen, Halsweh und Erkältung nur noch wenig Chancen.

Auch bei bestehenden Krankheiten

Selbst bei schon bestehenden Krankheiten kann Saunieren die Genesung unterstützen oder für Linderung sorgen. Bei Neurodermitis oder Schuppenflechte etwa wird durch einen Saunabesuch die Haut besser durchblutet und der Hautstoffwechsel angeregt. Bei Erkrankungen wie chronischer Bronchitis fällt danach das Atmen leichter. Sind Muskeln und Sehnen verletzt, kann Saunieren den Heilungsprozess unterstützen. Sogar wer an bestimmten Formen von Bluthochdruck (Stadium 1 und 2) leidet, kann profitieren: Die Sauna weitet die Gefäße – der Kreislauf wird so entlastet.

Im Alter und in der Schwangerschaft

Bei solchen Lobeshymnen ist es erfreulich, dass Saunabaden auch für ältere Menschen geeignet ist. Allerdings gilt das in erster Linie für langjährig Geübte. Wer mit über 75 Jahren beginnen will, sollte das mit seinem Arzt abklären. Auch für Schwangere kann gezieltes Schwitzen sinnvoll sein: Das Hitze-Kälte-Gefäßtraining vermindert die Neigung zu Schwangerschafts-Ödemen. Geübte Saunagängerinnen dürfen sogar mit verminderten Wehenschmerzen und kürzerer Geburtsdauer rechnen, da die Muskulatur durch die Wärme entspannter ist.

Nur zwei Saunagänge

Schwangere, die mit dem Saunieren wenig Erfahrungen haben, sollten erst nach dem vierten Monat beginnen, da das Ungeborene vorher empfindlich auf ungewohnte Außenreize reagieren kann. Außerdem ist es ratsam, sich dann auf zwei Gänge von zehn bis zwölf Minute Länge pro Besuch und Woche zu beschränken und die unteren Bänke zu wählen. Die niedrigeren Temperaturen dort sind verträglicher für den Kreislauf. Auch Babys ab dem vierten Lebensmonat können mitgenommen werden – allerdings erst nach der Vorsorgeuntersuchung U 4. Angepasst an Alter und Größe sollte ein Gang für sie anfangs nicht länger als drei, später maximal sechs Minuten dauern.

Triefnasen bleiben draußen

Tabu ist die Sauna bei Fieber oder Entzündungen. Auch wer erkältet ist, muss sie meiden. Das angegriffene Immunsystem verträgt den Heiß-Kalt-Wechsel weniger gut.

Vertragen Spermien die Sauna?

Anders als oft zu hören, ist Männern mit unerfülltem Kinderwunsch nicht generell vom Saunabesuch abzuraten. Denn die optimale Temperatur der Spermien von 35 Grad wird nur sehr kurzzeitig etwas erhöht. Bei normaler Spermienproduktion gelten 3 mal 15 Minuten Saunahitze als unbedenklich. Bei schlechter Qualität der Spermien oder nicht ersichtlichen Ursachen für die Kinderlosigkeit ist es aber besser, auf die Sauna zu verzichten. Das gilt auch für die ersten drei Monate nach einem Herzinfarkt. Wer sich abhärten will, geht am besten das ganze Jahr einmal pro Woche in die Sauna. Oberstes Gebot: Zur Ruhe kommen, kein Handy, keine lauten Gespräche oder wie die Finnen sagen: „In der Sauna benimmt man sich wie in der Kirche.“

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