Interview: Schwitzen trainiert die Abwehr

Wie oft sollte man in die Sauna gehen?

Ein- bis zweimal wöchentlich ist aus medizinischer Sicht empfehlenswert. Die positiven Wirkungen des einzelnen Saunabades halten etwa ein bis zwei Tage an.

Worauf sollte ein Saunaneuling achten?

Anfangs reichen zwei Saunagänge mit acht bis zehn Minuten auf der mittleren Bank bei 60 bis 70 Grad. Kinder sollten auf der unteren Bank bei etwa 40 Grad beginnen. Keinesfalls sollte man mit vollem Magen, kalten Füßen und unausgeruht in die Sauna gehen. Das belastet den Kreislauf.

Warum empfehlen Sie die Sauna?

Saunabaden trainiert auf natürliche Weise Wärmehaushalt und Kreislauf. Es bietet Schutz vor Erkältungen, reguliert Schlafstörungen ebenso wie hohen oder niedrigen Blutdruck. Allerdings sollten Hochdruckkranke auf eiskalte Tauchbäder verzichten.

Gibt es Krankheiten, die einen Saunabesuch ausschließen oder empfehlenswert machen?

Schwer Herzkranke müssen zuerst mit ihrem Arzt sprechen. Für akut Kranke mit Fieber, Entzündungen und Lungenkrankheiten kommt die Sauna nicht infrage. Positiv wirkt sich das Saunabaden dagegen bei Asthmapatienten und bei Rheumatikern aus. Es lindert Arthrosen und Bandscheibenbeschwerden. Und es ist ein gutes Venentraining. Allerdings sollten Menschen mit Krampfadern auf der Saunabank die Beine hochlegen. Bei einer akuten Venenentzündung darf man nicht in die Sauna.

Dürfen Schwangere in die Sauna?

Ja, aber sie sollten das Saunabaden schon gewöhnt sein. Während der Schwangerschaft damit anzufangen, ist nicht ratsam. Geübte Saunagängerinnen, die während der gesamten Schwangerschaft regelmäßig baden, zeigen eine deutlich verkürzte und leichtere Geburt.

Welche Sauna-Alternativen gibt es?

Im türkischen Dampfbad ist die Luftfeuchtigkeit höher, die Temperatur aber niedriger. Bei einer Verweildauer von bis zu zwei Stunden erreicht man trotz geringerer Erhitzung einen gleich guten Effekt wie in der Sauna.

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