Saugroboter von Real Schnelltest

Der Staubsauger macht sich selbstständig. Während Hausfrau oder -mann sonst was erledigen, saugt der Robo Maxx. Das jedenfalls verspricht die Werbung für das 60 Euro teure Gerät aus dem aktuellen Real-Angebot. Der Preis ist heiß. Bisherige Saugroboter kosteten weit mehr. Im Schnelltest musste der Robo Maxx zeigen, was er tatsächlich kann.

Einschränkung per Beipackzettel

Intelligente Technik verspricht die Werbung auf dem Robo Maxx Karton. Eine erste Einschränkung bringt ein in die Gebrauchsanleitung eingelegtes Extra-Blatt: Das Gerät taugt nur zum Einsatz bei leichter Verschmutzung und kann keinen Bodenstaubsauger ersetzen, ist da zu lesen. Offenbar kamen dem Anbieter nachträglich Zweifel, ob er nicht etwas zu viel versprochen hat. Auch Roboterarbeit ohne Aufsicht ist nicht angesagt. „Lassen Sie den Robo Maxx nie unbeaufsichtigt arbeiten“, befiehlt die Gebrauchsanweisung.

Ohne Rücksicht auf Verluste

Mit der Intelligenz des Robo Maxx ist es nicht weit her. Beim Einschalten surrt er ohne Rücksicht auf Verluste los und macht so lange weiter, bis der Akku leer ist. Sobald er gegen ein Hindernis stößt, hält er an, fährt rund 20 Zenitmeter zurück, macht eine dreiviertel Drehung und fährt wieder los. Bis zum nächsten Hindernis. An die Wand gelehnte Gegenstände, teure Vasen oder sonst empfindlicher Hausrat sind unbedingt in Sicherheit zu bringen, bevor der Saugroboter losgelassen wird.

Programmierung ohne Effekt

Die laut Betriebsanleitung nötige „Programmierung“ wartet der Robo Maxx gar nicht erst ab, sondern surrt gleich los. Eigentlich soll der Besitzer beim Start einstellen, ob ein kleiner, mittlerer oder großer Raum zu saugen ist. Dafür muss der Robo Maxx allerdings erst mal wieder eingefangen werden. Beim Test zeigte sich: Die Mühe ists nicht wert. Im Testlabor war zwischen den drei Betriebsarten kein sinnvoller Unterschied zu erkennen.

Sturz in den Abgrund

Schlimmer noch: Eine Absicherung gegen Absturz gibts nicht. Treppen und andere Abgründe müssen mit einer Latte oder einem Brett versperrt werden. Der Robo Maxx ist sonst schnell ein kläglicher Haufen Schrott. Auch eine Sicherung gegen Festfahren gibts nicht. Wenn der Saugroboter sich in eine ausweglose Situation manövriert, versucht er sich bis zum Ende der Akku-Ladung mit durchdrehenden Rädern zu befreien. Mögliche Folge auf hellen Böden und Teppichen: Unschöne dunkle Schleifspuren.

Kinderfinger in Gefahr

Auch den Verlust des Bodenkontakts bemerkt der Robo Maxx nicht. Ungerührt saugt er beim Hochheben vom Boden ins Leere. Stand der Technik: Abschaltung innerhalb einer Sekunde. Bei den bisher getesteten Saugrobotern klappt das auch. Grund: Für Kinderfinger ist der Robo Maxx gefährlich. Sie können zwischen Antriebsräder und Gehäuse geraten. Ernsthafte Verletzungen sind wegen der bescheidenen Motorleistung zwar kaum vorstellbar, schmerzhafte Quetschungen sind aber möglich. Noch viel gefährlicher dürften allerdings umgekehrt Kinder für den Robo Maxx sein: Der Ritt auf dem Roboter führt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu schweren Schäden. In wessen Interesse der Hinweis: „Kinder fernhalten!“ auf dem Boden des Robo Maxx steht, bleibt unklar. Richtig ist er so oder so.

Dreck bleibt liegen

Wenn der Robo Maxx saugt, dann auch längst nicht alles. Schon auf glatten Böden schafft er nur bescheidene 90 Prozent Staubaufnahme, und das nicht mal überall: Selbst in einem völlig leeren, vier mal drei Meter großen Zimmer ohne jedes Hindernis überfährt er mit einer Akkuladung nur rund 88 Prozent der Fläche. Der Dreck in Ritzen bleibt ohnehin da, wo er ist. Nur 1,6 Prozent des Staubs von dort landet im Schmutzfach des Robo Maxx. Grund: Der Roboter hat wenig Saugkraft und schafft an Dreck nur weg, was die rotierende Bürste erfasst und Richtung Saugschlitz schaufelt. Auch auf Teppichböden bleibt der größere Teil von Staub und Fasern liegen. Schwacher Trost: Die über 1 500 Euro teuren Edel-Saugroboter von Kärcher und Electrolux sind in dieser Disziplin auch nicht viel besser.

Bleiakku ohne Ladeinformation

Bei der Intelligenz sind die Marken-Roboter allerdings weit vorn: Beide fahren automatisch zurück zu ihrer Ladestation, wenn die Energie knapp wird. Der Robo Maxx bleibt einfach erschöpft liegen und muss zum Ladegerät getragen und angeschlossen werden. Das ist im Vergleich zu den High-Tech-Produkten von Kärcher und Elektrolux billige Simpeltechnik. Informationen zum Ladezustand des Akkus gibts weder am Ladegerät noch am Robo Maxx. Hinzu kommt: Eingebaut ist ein Bleiakku. Er enthält außer dem giftigen Schwermetall noch ätzende Schwefelsäure und gehört unbedingt auf den Sondermüll. Schwacher Trost: Die Betriebsanleitung beschreibt Ausbau und Entsorgung des Akkus korrekt.

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