Saugroboter Dyson 360 Eye Schnelltest

Der Dyson 360 Eye kann bei der täglichen Reinigung zu Hause helfen.

Klein, kompakt, per App vernetzt − seit Herbst 2016 verkauft die britische Firma Dyson ihren Saugroboter Dyson 360 Eye in Deutsch­land. Rund 1 000 Euro kostet der emsige Putzhelfer. Dafür verspricht Dyson hohe Saug­kraft auf allen Boden­arten, effiziente Filtration und intelligente Navigation. Ob der Kleine Groß­artiges leistet und ob er mit herkömmlichen Staubsaugern mithalten kann, zeigt unser Schnell­test.

Über­raschend klein

Anders als auf den Produktfotos wirkt der Dyson 360 Eye in natura über­raschend klein: Mit 12 Zenti­metern ist der silber­graue Saug­roboter zwar etwas höher, aber im Durch­messer rund 10 Zenti­meter kleiner als die meisten seiner Kollegen aus unserem Saugroboter-Test (test 2/2017). Auf der Unterseite befindet sich der für die Geräte typische Saug­schlitz. Ist der Roboter im Einsatz, saugt und kehrt er den Schmutz mit seiner rotierenden Bürste durch den Schlitz in seine kleine Staubbox. Eine Seiten­bürste besitzt er nicht.

Saugplan per App programmieren

Vor dem ersten Start muss der Akku des Kleinsaugers laden. Auf seiner Station geparkt, benötigt er dafür laut Anbieter mehr als zwei Stunden. Das ist nicht ungewöhnlich lang. Besitzer können die Warte­zeit nutzen und die Roboter-App von Dyson auf dem Handy installieren (und dem Roboter dabei einen Namen geben). Am Gerät selbst kann der Nutzer den Sauger lediglich per Knopf­druck starten, anhalten und ausschalten. Die Reinigungs­leistungen lassen sich nur über die App variieren. Wer möchte, kann dann auf dem Handy auch einen individuellen Zeitplan für jeden Tag programmieren, so dass der Roboter auto­nom mit der Arbeit beginnt und in Abwesenheit des Besitzers seinen Job erledigt. Hat der Kleinsauger seinen Job erledigt, kann sich der Besitzer per App auch das Bewegungs­profil ansehen: Es zeigt, welche Flächen der Roboter in der Wohnung abge­fahren hat – und welche noch nicht.

Video: Das neue elektrische Haustier – der Dyson 360 Eye im Test

Navigiert gut bei Licht, schlecht in der Dämmerung

Ist der Akku voll­geladen und der Start­knopf gedrückt, passiert zuerst – wenig. Etwa 30 Sekunden braucht der Dyson, bis er losfährt und mit der Arbeit beginnt. Damit er sich ein Bild von der Umge­bung machen kann, ist er mit einer 360-Grad-Kamera ausgestattet. Sie hat dem Gerät wohl seinen Namen gegeben: 360 Eye. Die Kamera befindet sich mittig auf der Oberseite des Geräts und steuert den Kleinsauger – zusammen mit Sensoren und Software – über die zu reinigende Fläche. Im Testraum des Prüf­instituts teilt er den Boden in Abschnitte ein und fährt ihn systematisch (und sofern es hell genug ist: recht voll­ständig) ab. Möbel und andere Gegen­stände berührt er relativ sanft, mit Hinder­nissen kommt er prima klar. Nur bei schumm­riger Beleuchtung ignoriert er größere Bereiche. Seine Kamera braucht wohl mehr Licht. Die seitlich im Sauger­gehäuse integrierten Infrarot-„Scheinwerfer“, die sich dann einschalten, gleichen diese Schwäche im Test nicht gut genug aus.

Akku reicht für etwa 45 Minuten

Um bei Tages­licht den etwa 20 Quadrat­meter großen Raum abzu­fahren, benötigt der Dyson rund eine halbe Stunde – ähnlich lange wie die meisten von der Stiftung Warentest bisher geprüften Saugroboter. Anschließend kehrt der 360 Eye an seine Lade­station zurück. Laut Anbieter reicht seine Akku­lauf­zeit für etwa 45 Minuten. Zum Vergleich: Beim Testsieger aus unserem Saugroboter-Test haben wir im Schnitt 47 Minuten Lauf­zeit gemessen. Für mehrere Räume und größere Flächen ist das zu wenig. Geht die Akkupower zur Neige, dockt der 360 Eye recht­zeitig zum Zwischen­laden an seine Lade­station an, tankt für etwa zwei Stunden und setzt anschließend seine Reinigungs­tour fort.

Auf Hartboden spitze

Saugroboter Dyson 360 Eye Schnelltest

Schnell gefüllt. Die kleine Staubbox sollte zu Hause regel­mäßig geleert werden.

Auf glatten Böden räumt der Dyson im Test gehörig ab: Prüf­staub zieht er kraft­voll ein, verschluckt Fasern in einem Zug. Auf Teppichboden holt er immerhin mehr als die Hälfte des Prüf­staubs heraus. Starke Leistung für einen Kleinsauger. Mit einem guten Boden­staubsauger kann er damit freilich nicht konkurrieren − das gilt aber für alle Saugroboter. Auch in Ecken und an Kanten bleibt einiges an Schmutz zurück.

Hält Staub sehr gut zurück

Der Dyson 360 Eye ist nicht nur mit einem Motor­schutz­filter ausgestattet, wie bei vielen Robotern üblich. Er besitzt auch einen Abluft­filter. Im Test verhindert der Kleinsauger besonders wirk­sam, dass der einge­saugten Staub hinten wieder heraus­gepustet wird. Auch sein Gehäuse ist gut abge­dichtet. Das ist besonders für staub­empfindliche Menschen wichtig. Der Dyson ist bisher der einzige von uns geprüfte Saug­roboter, der sich in puncto Staubrück­halte­vermögen mit einem hier guten Boden­staubsauger messen kann.

Tipp: Ob Beutels­auger, Sauger mit Staubbox oder kabelloser Hand­staubsauger – wir schauen uns (fast) alles an. Test­ergeb­nisse für 127 Sauger zeigt unser Produktfinder Staubsauger.

Besser in Abwesenheit saugen lassen

Wie viele andere Roboter auch, verrichtet der Dyson seinen Job zwar leiser als so mancher Staubsauger. Allerdings ist der Saugton fast durch­gängig zu hören und auf Dauer recht lästig. Das Gerät per App von „MAX“ (maximale Saug­kraft) auf „LEISE“ umzu­stellen, verringert das Geräusch ein wenig, geht aber vermutlich auf Kosten der Reinigungs­leistung. Auf dem Handy lassen sich aber Reinigungs­zeiten programmieren, so dass er in Abwesenheit seines Besitzers selbst­ständig startet und saugt.

Fazit: Kleiner Putzhelfer zum stolzen Preis

Vorteile: Wer bereit ist, 1 000 Euro für einen Saugroboter auszugeben, findet im Dyson 360 Eye einen fleißigen Putzhelfer. Bei Helligkeit fährt er den Raum recht voll­ständig ab. Top auf Hartboden, ordentlich auf Teppich gehört er in Hinblick auf die Reinigungs­leistung zu den besten bisher von der Stiftung Warentest geprüften Saugrobotern. Fasern nimmt er zügig auf. Das macht ihn für Haustier­besitzer interes­sant. Staub hält er sogar sehr gut zurück.

Nachteile: Nur per App ist es möglich, alle Funk­tionen des Dyson zu nutzen. Seine Kamera benötigt ausreichend Licht für die Navigation. Als nacht­aktives Hein­zelmänn­chen ist der 360 Eye darum eher unge­eignet. In Ecken und an Kanten säubert er recht schlecht. Seine Staubbox ist mit einem Volumen von maximal 0,3 Litern klein und sollte regel­mäßig geleert werden. Nützlich wäre eine Möglich­keit, bestimmte Bereiche für ihn abzu­grenzen. Derzeit hilft es nur, die Türen zu schließen oder eine Barriere aufzubauen, um ihn aus bestimmten Zonen fern­zuhalten.

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