Sauerstoff-Sonnenschutz Fluid von Jako-o Schnelltest

Kinderhaut braucht besonders viel Schutz und Pflege. Besorgten Eltern sind die besten Produkte daher meist gerade gut genug. Das gilt auch für den optimalen Sonnenschutz während der Sommermonate oder für den Urlaub am Meer. Die Firma Jako-o, spezialisiert auf Produkte für Kinder, hat in ihrem aktuellen Katalog und auch online ein Sauerstoff-Sonnenschutz Fluid mit Lichtschutzfaktor 20 im Angebot, angepriesen als „DER Sonnenschutz für Kinder und Erwachsene“. Stolzer Preis für 200 Milliliter: 29,95 Euro. Im Schnelltest muss das Produkt zeigen, ob es wirklich hält, was Jako-o verspricht.

Zu wenig Schutz

Lichtschutzfaktor 20 - so steht es auf dem Vi Sola 20 Sauerstoff-Sonnenschutz Fluid von Jako-o. Die Realität sieht anders aus. Das Produkt erreicht gerade mal den Faktor 8. Das sind happige 60 Prozent weniger als ausgelobt. Im letzten Test Lichtschutzmittel für Kinder gab es für derartige Unterschreitungen des Lichtschutzfaktors nur ein „mangelhaft“. Immerhin kann sich bei Mitteln, die den Lichtschutzfaktor nicht einhalten, ein Sonnenbrand schneller als erwartet einstellen. Das ist gerade für Kinder fatal, da sich die hauteigenen Schutzmechanismen erst langsam ab dem zweiten Lebensjahr bilden.

Unzureichende Anwendungshinweise

Die Anwendungshinweise für das Sauerstoff-Sonnenschutz Fluid sind auf der Rückseite der Flasche mit Klebeband befestigt. Nach mehrmaligem Benutzen besteht also die Gefahr, dass sie abfallen. Ein großer Verlust wäre das allerdings nicht: Die Tester waren von den unvollständigen und teilweise sogar falschen Angaben alles andere als begeistert. Im Test Kindersonnenmittel waren die Anwendungshinweise ein eigener Prüfpunkt. Vi Sola 20 von Jako-o hätte hier ein „mangelhaft“ erhalten. Besonders fatal: Die Aussage, das Produkt müsse nur einmal täglich aufgetragen werden. Der Hersteller empfiehlt nur bei starkem Schwitzen, aktivem Wassersport und für spielende Kinder nach drei Stunden nachzucremen. Was genau mit „spielenden Kindern“ gemeint ist, bleibt offen. Um den Schutz zu stabilisieren, empfehlen Experten aber mehrfach am Tag nachzucremen. Angegeben ist auch eine Bräunungszeit: „Je nach Hauttyp bis zu acht Stunden.“ Dabei orientiert sich der Hersteller am Lichtschutzfaktor. Dieser ist aber ein unter Laborbedingungen ermittelter Wert. Je nach Hauttyp, Klima und aufgetragener Menge kann die Zeit in der Sonne variieren. Hinzu kommt: Im Fall von Vi Sola 20 könnte sich so manches Kind oder Erwachsener einen deftigen Sonnenbrand holen, denn mit Faktor 8 statt 20 sind maximal acht Stunden Sonne selten drin. Kinder sollten auf gar keinen Fall 8 Stunden in der prallen Sonne bleiben Zudem empfehlen Experten, Babys und Kleinkinder generell vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Auch dieser Hinweis fehlt.
Hinweis: Tipps zum Sonnenbad finden Sie im aktuellen Test Kinder-Lichtschutzmittel

Lange Einwirkzeit

Normalerweise reicht es, Creme, Spray oder Fluid kurz vor dem Sonnenbad aufzutragen, denn die Mittel wirken sofort. Das Vi Sola 20 Sauerstoff-Sonnenschutz Fluid dagegen soll eine ganze Stunde vor dem Sonnen aufgetragen werden. Das ist besonders unpraktisch - so mancher Urlauber müsste dann wohl früher aufstehen.

Faktor 30 und mehr für Kinder

Generell sollten Eltern ihre Kinder mit Lichtschutzprodukten eincremen, die mindestens den Faktor 30 besitzen. Wenn die Kleinen besonders empfindliche und helle Haut haben, ist sogar ein Produkt mit Faktor 50+ die beste Wahl. Mit einer Sonnencreme allein ist es aber nicht getan. Wichtig sind vor allem ein luftiges Hemdchen, Höschen, Sonnenhut und -brille. Die Sonnencreme - reichlich aufgetragen - rundet den Schutz ab. Dafür müssen Eltern nicht viel ausgeben: Im letzten Test gab es gute Produkte schon ab drei Euro. Auch im letzten Schnelltest gab es ein wesentlich preiswerteres und gutes Kinder-Sonnenspray.

test-Kommentar: Wenig Schutz
Produktinformationen: Das Wichtigste im Überlick

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