Saubere Geld­anlage: Gute Absichten

Saubere Investmentfonds Test

Er will Frieden und führt Krieg. Er will Umwelt­schutz, macht aber mitunter das Gegen­teil: Barack Obama.

Rentenfonds. Auch Zins­anlagen können sauber sein. Bei Staats­anleihen müssen Anleger allerdings Kompromisse eingehen.

Die USA halten Umwelt­schutz für eine Zumutung, sie führen Kriege und sie richten Menschen hin. Für ein Investment in einem ethisch-ökologischen Rentenfonds kommen amerikanische Anleihen daher nicht infrage.

Streng genommen kommt auch kaum ein anderes Land infrage. Selbst Deutsch­land, ökologisch ein Vorbild, die Todes­strafe längst Vergangenheit, dürfte nicht dabei sein, denn auch Deutsch­land ist an interna­tionalen Kriegs­schauplätzen vertreten.

Die meisten Fonds fassen die ethischen Ausschluss­kriterien etwas weicher, damit sie über­haupt Staats­anleihen kaufen können. Bei Kepler achtet man darauf, dass das Rüstungs­budget nicht zu hoch ausfällt. ­Sarasin will keine Länder mit ABC-Waffen „ohne konkrete Abrüstungs­pläne“. Bei Espa und KCD taucht „Rüstung“ als Kriterium gar nicht erst auf.

Afgha­nistan heiß diskutiert

Einzig für den Ökoworld ist „militärische Präsenz“ ein Ausschluss­grund. Deutsche Anleihen hält der Fonds trotzdem – allerdings steht das Thema Afgha­nistan auf der „Watch­list“ und wird im Anla­geausschuss schon heiß diskutiert, wie Alfred Platow von Ökoworld sagt.

Zu den ökologischen Ausschluss­gründen zählen „expansive Atom­energie“ oder „unzu­reichende Klima­politik“. Weiter verbreitet sind jedoch ökologische Auswahl­kriterien. Es kommt zum Beispiel gut an, wenn ein Staat erneuer­bare Energien fördert.

Ethische und soziale Auswahl­kriterien für Staaten sind etwa Pressefreiheit, Kampf gegen Arbeits­losig­keit sowie gute Stan­dards in Gesund­heits­versorgung, Verbraucher­schutz oder Entwick­lungs­hilfe.

Bis auf eine Ausnahme kaufen die Fonds nicht nur Anleihen von Staaten, sondern auch solche von Unternehmen. Die wählen sie auf ähnliche Weise aus wie die Werte für ihre Aktienfonds.

Die Fonds kaufen nur sichere Anleihen. Außerdem investieren sie nur in Papiere, die in Euro notieren oder gegen Wechsel­kurs­schwankungen abge­sichert sind. Deshalb sind sie als Sicher­heits­baustein für ein gemischtes Fonds­depot gut geeignet.

Was die Wert­entwick­lung angeht, liegen die sauberen Rentenfonds Euro hinter den normalen. Während die besten herkömm­lichen Fonds über die vergangenen fünf Jahre mehr als 5 Prozent pro Jahr brachten, schafften die sauberen keine 4. In den vergangenen zwölf Monaten haben sie stark aufgeholt – dank der Unter­nehmens­anleihen, die zuletzt gut gelaufen sind.

Saubere Banken sind beliebt

Viele Anleger stecken Geld, das sie sicher investieren wollen, lieber in Fest­zins­produkte bei Banken. Für saubere Spar­anlagen bieten sich ethisch-ökologisch ausgerichtete Banken an wie die GLS Bank, die Umwelt­bank, die Ethik­bank oder die KD-Bank, eine der Kirchen­banken.

Diese Institute wickeln ihre Geschäfte nach ähnlichen Grund­sätzen ab wie saubere Fonds und haben unter anderem strenge Kriterien dafür, an wen sie das Geld der ­Anleger weiterverleihen.

Was die Zins­sätze angeht, können sie mit den meisten herkömm­lichen Banken mithalten. Nur unter den absoluten Top-Angeboten finden sie sich selten.

Die höchsten Zinsen für einen Spar­brief mit zehn Jahren Lauf­zeit bieten mit 3,5 Prozent pro Jahr die GLS-Bank und die Umwelt­bank. Für sieben Jahre zahlt die Umwelt­bank am meisten: 3,25 Prozent pro Jahr. Bei GLS- und Ethik­bank gibt es je 3 Prozent.

Bei der KD-Bank läuft ein Spar­brief derzeit längs­tens fünf Jahre, und verzinst sich mit 2,25 Prozent. Auch hier liegt die GLS-Bank vorn. Sie zahlt 2,9 Prozent pro Jahr.

Für den sicheren Anteil einer lang­fristigen Geld­anlage eignen sich aus unserer Sicht Rentenfonds Euro am besten. Anleger können ihr Geld einfach darin liegen lassen und müssen sich – anders als bei Spar­anlagen mit fester Lauf­zeit – nicht ständig um die Wieder­anlage kümmern. Sollten die Zinsen bald steigen, wären sie außerdem auto­matisch mit von der Partie.

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