Was unsere Leser fragen: Handelt es sich nur um einen Marketinggag?

Ich stehe der ganzen Ökofonds­branche skeptisch gegen­über. In den Fonds finden sich Firmen wie General Electric, das ist einer der größten Rüstungs­konzerne. Oder das Unternehmen Nestlé, das Greenpeace gerade beschuldigt, an der Ausrottung der letzten Orang Utans in Indonesien beteiligt zu sein. Was soll daran sauber sein?

Die Beispiele zeigen das Dilemma der Branche sehr gut. General Electric baut nicht nur Rüstungs­güter und Atom­kraft­werke, sondern engagiert sich schon seit der Ära Bush für umwelt­freundliche Technologien. Nestlé hilft in Afrika bei der Aids-Prävention und sorgt an seinen Stand­orten für bessere Lebens­verhält­nisse und sauberes Wasser.
Das Problem: Vor allem interna­tionale Konzerne mit zahlreichen Sparten sind mit Sicherheit nicht über­all sauber. Dort, wo sie es sind, ist die Wirkung aber ungleich größer als bei kleinen Firmen. Wenn Nestlé sein Palmöl nicht mehr von Unternehmen bezieht, die illegal Regen­wald roden, dann spart das mehr Kohlen­dioxid, als wenn ein Zehn-Mann-Betrieb völlig sauber arbeitet.

Wie erklären Sie es, dass Fonds sich als Ökofonds bezeichnen, die noch nicht einmal die Atombranche ausschließen und auch sonst keine Ausschluss­kriterien haben, wie zum Beispiel der Pioneer Global Ecology?

Eine Firma kann aus aus zweierlei Gründen als Anlage ausscheiden. Entweder, weil die Branche ausgeschlossen ist, oder weil die Firma in Sachen Ökologie so wenige Punkte erreicht, dass sie nicht infrage kommt. In einem Fonds ohne Ausschlüsse wie dem Pioneer Global Ecology können daher trotzdem ausgesprochen ökologische Unternehmen vertreten sein.

Woher weiß ich denn, dass die Fonds tatsäch­lich machen, was sie vorgeben zu tun?

Gegen Miss­trauen hilft Trans­parenz. Achten Sie darauf, dass die Anla­gekriterien Ihrer Fonds im Verkaufs­prospekt stehen oder dass die Fonds den Trans­parenzleit­linien des Europäischen Forums für nach­haltiges Investment (Eurosif) folgen. Gut ist ein unabhängiger Ausschuss, der die Investments im Auge behält. Wie die Fonds vorgehen, erfahren Sie in unseren Tabellen.

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