Julia und Florian Krentz sparen für ihren drei Monate alten Sohn Jakob nach ethisch-ökologischen Kriterien. Sie haben für ihn einen Sparplan auf einen nach­haltigen Aktienfonds abge­schlossen. „Wir wollen wissen, was der Fonds mit unserem Geld macht“, sagt Florian Krentz.

Fonds­sparpläne sind für ethische Anleger eine gute Sache. Aber es gibt nicht jeden sauberen Fonds bei jeder Bank.

Jakob kam erst vor drei Monaten zur Welt und hat bereits einen Sparplan. Seine Eltern Julia und Florian Krentz zahlen monatlich 50 Euro ein. Mit 18 Jahren steht Jakob ein kleines Start­kapital zur Verfügung, das er für seine Ausbildung, für den Führer­schein oder eine Reise um die Welt nutzen kann. In der Zwischen­zeit sollen die einge­zahlten Raten eine gute Rendite abwerfen. Jakobs Eltern haben sich für einen welt­weit anlegenden Aktienfonds entschieden und streuen damit das Risiko breit.

An den Sparplan haben die Eltern hohe Ansprüche. „Wir wollen keinen Fonds, der auf Kosten anderer Leute oder der Umwelt Geld verdient“, sagt Florian Krentz. Der Tonmeister will sicher sein, dass der Fonds nicht in Branchen investiert, die ethisch oder ökologisch problematisch sind.

Vor Kurs­schwankungen, die auch mal stür­misch sein können, fürchtet sich der junge Vater nicht. „Selbst wenn der Fonds zwischen­zeitlich an Wert verliert, bleibt in den 18 Jahren genügend Zeit, damit die Kurve wieder nach oben zeigt.“

Ein grüner Aktienfonds­sparplan ist nicht nur als Spar­strumpf für Kinder geeignet, sondern für jeden, der sich Schritt für Schritt ein kleines Vermögen aufbauen will. Junge Leute können sich damit gut eine zusätzliche Alters­vorsorge aufbauen. Mit der Spardauer wächst die Aussicht auf eine stabile Rendite. Fonds­sparer sollten auf jeden Fall einen langen Atem haben. Der Sparplan sollte mindestens zehn Jahre laufen und das Geld in der Zeit nicht benötigt werden. Nach der letzten Rate sollten Sparer eine Warte­zeit von bis zu drei Jahren einplanen, um mögliche Verluste ausgleichen zu können.

Für 30 Fonds gibt es einen Sparplan

Wer einen Fonds­sparplan kaufen möchte, steht vor zwei Fragen: Welchen Fonds soll ich wählen? Und wo bekomme ich ihn?

Vor einem Jahr haben wir alle damals angebotenen nach­haltigen Fonds auf Herz und Nieren geprüft (Finanztest 9/2014). Es kam uns darauf an, wie konsequent sie unsere ethisch-ökologischen Ausschluss­kriterien erfüllten. Ausschließen sollten die Fonds insbesondere Rüstung, Kinder­arbeit, Atom­kraft, Glücks­spiel und Pornografie.

Diesmal haben wir 18 Direkt­banken, Filial­banken und Fonds­banken gefragt, ob sie für die Fonds aus unserem damaligen Test Sparpläne anbieten und was diese kosten. Ergebnis: Für 30 der 34 Aktienfonds sind Sparpläne zu haben – aber nicht alle bei jeder Bank oder jedem Vermittler.

Eines ist allen Sparplänen gemein­sam: Flexibilität. Sie haben keine feste Lauf­zeit, sondern laufen so lange, wie es der Sparer will. Er kann jeder­zeit aussteigen. Die Rate kann er variieren oder auch mal aussetzen. Mit der Bank vereinbart der Kunde Höhe und Rhythmus der Rate.

Je nach Bank beträgt die Mindest­rate 50 Euro im Monat, bei einigen sind 25 Euro möglich. Die BBBank verlangt bei sechs von acht Fonds eine Mindest­rate von 100 Euro.

Erster Schritt: Fonds auswählen

Der Sparer über­legt sich, welcher Anlegertyp er ist und wählt danach den am besten geeigneten Fonds aus. Florian Krentz hat sich für den ÖkoWorld ÖkoVision Classic C entschieden. Der Fonds sortiert kompromiss­los Problembranchen wie Atom­kraft, Waffen, Glücks­spiel und ethisch Bedenk­liches wie Kinder­arbeit aus. Er war vor einem Jahr Sieger unter 34 ethisch-ökologischen Aktienfonds im Test. Unsere Ausschluss­kriterien erfüllte er zu 100 Prozent. Sein Nachteil: Er hatte die höchsten laufenden Kosten im Test.

Von den strengen Regeln des ÖkoVision sind andere weit entfernt. Die Vorstel­lungen der Fonds­manager, was eine nach­haltige oder grüne Anla­gestrategie ist, unterscheiden sich stark. Der Fonds Allianz Global Sustainability erreichte nur 1 Prozent unserer Ausschluss­kriterien. Im Fonds können sogar Firmen vertreten sein, die Kriegs­gerät herstellen, entwickeln oder damit handeln.

Zweiter Schritt: Fonds kaufen

Anleger, die schon ein Wert­papierdepot haben, prüfen, ob sie ihren Wunsch­fonds­sparplan dazu­packen können. Aber Vorsicht: In der Filial­bank ist die Auswahl oft gering und die Kauf­kosten sind hoch: Bei jedem Anteils­kauf zahlen Kunden in der Regel den vollen Ausgabe­aufschlag, meist rund 5 Prozent.

In Sparkassen und Volks­banken bekommen Anleger häufig nur Sparpläne der verbund­eigenen Fonds­gesell­schaften. Zudem müssen sie in der Regel bei den Sparkassen ein Deka­Bank-Depot oder bei den Volks­banken ein Depot der Union Investment eröffnen. Beide kosten.

Viele Filial­banken und Sparkassen bieten zu keinem der von uns getesteten Fonds eine Beratung an. Kunden müssen sich vorher selbst informieren und ihrem Berater am besten unter Angabe der Wert­papierkenn­nummer (Isin) sagen, welchen sauberen Fonds er für sie ordern soll.

Die Targo­bank bietet unter den Filial­banken mit Abstand die meisten Sparpläne für Fonds aus unserem Test an, Sparer finden dort 17 Fonds. Auf den Ausgabe­aufschlag gibt es jeweils 50 Prozent Rabatt, wenn Kunden online kaufen. Das Depot kostet 30 Euro im Jahr. Kostenlos ist es, wenn der Kunde es online führt oder Papiere im Wert von 50 000 Euro dort liegen hat.

Top-Angebot bei zwei Direkt­banken

Bei den Direkt­banken in unserem Test sind die Depots für Sparpläne kostenlos. Die meisten Angebote hat die Online­bank S Broker, die zur Sparkassengruppe gehört. Für die 23 gemanagten Fonds gibt es 50 Prozent Rabatt auf den Ausgabe­aufschlag.

Noch güns­tiger sind die Direkt­banken Consors­bank und DKB. Sie verzichten ganz auf den Ausgabe­aufschlag für die monatliche Sparrate und kassieren keine Depot­gebühren. Günstig ist es auch, seinen Fonds über Fonds­vermittler im Internet zu kaufen – vor allem wenn man bereits ein Depot bei der Fonds­bank hat. Diese Banken bieten Depot­varianten mit sehr unterschiedlichen Konditionen an, Richtig kaufen.

Krentz spart für seinen Sohn preisbewusst bei der DKB. Denn dort zahlt er weder einen Ausgabe­aufschlag noch Depot­gebühren.

Krentz kann sich aber nicht darauf verlassen, dass die Bank ihn auf Dauer ohne Aufschlag und Depot­kosten sparen lässt. Von Zeit zu Zeit wird er nach­schauen, ob sie ihre Preise geändert hat. Er kann dann sein Depot wechseln und den Sparplan zur neuen Bank mitnehmen.

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