Sat-Empfänger von Aldi (Nord) Schnelltest

Techniktage bei Aldi (Nord). Der Discounter verkauft seit Donners­tag (29. November) Sat-Empfänger für digitales Fernsehen. Preis: 99,99 Euro. Für einen Doppel­empfänger ist das vergleichs­weise billig. Der Schnell­test klärt, ob Zuschauer bei Aldi in der ersten Reihe sitzen.

In wenigen Minuten zum Bild

Der Start verläuft unkompliziert. Aufstellen, anschließen, einschalten, fertig. Ein HDMI-Kabel für den Anschluss an moderne Flach­bild­fernseher liegt bei. Länge: 2 Meter. Ebenfalls positiv: Die Sender sind im Aldi-Empfänger bereits programmiert. Wenige Minuten nach dem Auspacken läuft das erste Programm.

Knappe Anleitung

Die Anleitung von Medion ist jedoch recht unüber­sicht­lich: Die Abschnitte stehen eng beieinander. Es gibt kaum Abbildungen. Wichtige Details zur Nutzung des Doppel­empfängers spart die Anleitung aus. So fehlen zum Beispiel Auskünfte über die erforderliche Anzahl von Satelliten­zuleitungen oder zur mitgelieferten Antennenbrücke. Wer diese Informationen nicht bekommt, benutzt das Gerät wie einen Single-Tuner.

Bild und Ton top

ARD in HD steht an erster Stelle. Bild und Ton sind top. Gestochen scharf: Das ist die Stärke von digitalen Signalen in hoher Auflösung. Der Sat-Empfänger von Aldi zeigt rund 20 HD-Programme (mit kosten­pflichtiger Sky-Frei­schaltung und CI+ Modul auch mehr). Dazu kommen rund 250 Programme in Stan­dard­auflösung. Beim Satelliten­empfang sitzt der Zuschauer tatsäch­lich in der ersten Reihe. Weder IPTV noch Kabel liefern ohne Zusatz­kosten so viele Programme in HD.

50 Euro im Jahr

Private Sender wie Pro Sieben, RTL und Sat1 verlangen für ihre HD-Programme allerdings Geld. Die Programme lassen sich nur mit einer HD+ Karte entschlüsseln. Der Medion-Empfänger bietet an der Vorderseite einen CI+-Schlitz. Dort passt ein Modul mit Entschlüssel­ungs­karte hinein. Preis: 80 Euro. Nach den ersten 12 Monaten kostet die Karte 50 Euro im Jahr.

Zappen annehm­bar

Beim Einschalten des Aldi-Empfängers vergehen 26 Sekunden bis zum stabilen Bild und Ton. Eine gefühlte Ewig­keit, doch für Sat-Empfänger nicht ungewöhnlich. Das Zappen von einem Programm zum anderen könnte schneller gehen. Von einem HD-Sender zum nächsten dauert es gut 3 Sekunden. Auch die Fernbedienung ist keine Wucht: Viele Tasten, zum Teil klein und eng beieinander, wirkt unüber­sicht­lich.

Unüber­sicht­liches EPG

Auf einen Blick sehen Nutzer im elektronischen Programm­führer (EPG) nur das Programm von fünf Sendern über einen Zeitraum von zwei Stunden. Diese Infos sind darüber hinaus unüber­sicht­lich aufbereitet. Weiterführende Infos erscheinen sehr lang­sam auf dem Sat-Empfänger.

Aufnehmen auf externe Fest­platte

Der Doppel­empfänger rettet den Haussegen, wenn Fußball und Traumschiff einmal parallel laufen: ein Programm ansehen und das andere Aufnehmen. Einen einge­bauten Speicher hat der Medion-Empfänger jedoch nicht. Aufnahmen sind nur auf externe Fest­platten möglich. Externe Fest­platten mit 500 Gigabite gibt es ab 50 Euro. Kleiner Schön­heits­fehler: Die einzige USB-Buchse befindet sich hinter einer Klappe an der Vorderseite. Beim Aufnehmen und Abspielen steht die Klappe immer offen.

Unüber­sicht­liches Video­archiv

Auf dem externen Speicher liegen Videos recht unüber­sicht­lich – nach Datum sortiert. Der Sender­name ist schwer zu erkennen. Wer ältere Aufnahmen sucht, muss Rätselraten. Auch das Heraus­schneiden von Werbeblö­cken funk­tioniert nicht. Die Videos lassen sich nicht nachbearbeiten. Das ist zwar bei vielen Sat-Empfängern so, verdient aber einen dicken Tadel.

Kein Internet

Multimedia-Freunde werden einen Ethernet-Anschluss vermissen. Internet und Mediatheken bleiben dem Sat-Empfänger von Aldi deshalb verschlossen.

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