Sat-Empfänger von Aldi Schnelltest

Aldi (Nord) verkauft seit Donnerstag (5. Mai) einen Sat-Empfänger für digitales Fernsehen. Preis: 249 Euro. Nicht eben billig, aber mit großer Festplatte: 500 GB für zeitversetztes Fernsehen. Der Schnelltest klärt, ob Zuschauer bei Aldi in der ersten Reihe sitzen.

Umstieg bis 30. April 2012

Sie empfangen Ihr Fernsehprogramm über Satellit? Mit einem analogen Empfänger? Zeit für den Umstieg: Am 30. April 2012 schaltet das analoge Satellitenfernsehen endgültig ab. Wer bis dahin keinen digitalen Empfänger hat, bekommt kein Bild mehr. Aldi Nord bietet jetzt ein passendes Gerät: den Medion P24006 (MD 26004). Für digitales Fernsehen mit hoher Auflösung (HD). Preis: 249 Euro.

Mit Aufnahme

Der Sat-Empfänger von Aldi funktioniert gleichzeitig als Videorekorder. Auf die 500 GB Festplatte passen bis zu 400 Stunden Fernsehprogramm in Standardauflösung oder rund 200 Stunden in HD. Viel Spielraum für zeitversetztes Fernsehen. Wer die Aufnahmen sichern will, muss allerdings gleich eine externe Festplatte anschließen. Das funktioniert via USB. Die Aufnahmen der internen Festplatte lassen sich später nicht mehr auf andere Medien übertragen. Ein Nachteil.

In wenigen Minuten zum Bild

Der Sat-Empfänger selbst funktioniert unkompliziert. Aufstellen, anschließen, einschalten, fertig. Ein HDMI-Kabel für den Anschluss an moderne Flachbildfernseher liegt bei. Nachteil: Das Kabel ist sehr kurz. Länge: nur ein Meter. Positiv wiederum: Die Sender sind im Aldi-Empfänger bereits programmiert. Die Anleitung von Medion ist ebenso übersichtlich wie ausführlich. Mit ausklappbaren Bildern. Ein Pluspunkt. Wenige Minuten nach dem Auspacken läuft das erste Programm.

Fast 300 Programme

Es ist tatsächlich das Erste. ARD in HD. Das Bild ist top. Gestochen scharf: Das ist die Stärke von digitalen Signalen in hoher Auflösung. Rund 25 Programme gibt es derzeit in HD. Der Sat-Empfänger von Aldi zeigt etwa die Hälfte (mit kostenpflichtiger Sky-Freischaltung und CI+ Modul auch mehr). Dazu kommen rund 275 Programme in Standardauflösung. Beim Satellitenempfang sitzt der Zuschauer tatsächlich in der ersten Reihe. Weder DVB-T noch Kabel liefern so viele Programme in HD.

50 Euro im Jahr

Private Sender wie Pro Sieben, RTL und Sat1 verlangen für ihre HD-Programme allerdings Geld. Der Sat-Empfänger steuert den Empfang kostenpflichtiger Programme über die so genannte Smartcard HD+. Wer den Medion-Empfänger kauft, ist für ein Jahr kostenlos dabei. Aldi liefert die HD+ Karte gleich mit. Sie funktioniert kostenfrei und ohne Bindung. Für ein Jahr. Wer anschließend weiter kostenpflichtige HD-Programme sehen möchte, muss bezahlen. Etwa 50 Euro im Jahr. Allgemein kostenfrei sind nur die HD-Programme der öffentlich-rechtlichen Sender. ARD und ZDF finanzieren sie über die Rundfunkgebühren.

Zappen annehmbar

Das Zappen von einem Programm zum anderen funktioniert beim Sat-Empfänger von Aldi noch annehmbar. Umschaltzeit etwa 2,5 Sekunden bis Bild und Ton wieder stehen. Für einen digitalen Sat-Empfänger nicht schlecht. Die Fernbedienung dagegen ist keine Wucht: Sehr leicht, etwas unaufgeräumt, mit vielen kleinen Tasten. Hochwertig geht anders.

Kein Internet

Multimedia-Freunde werden einen Ethernet-Anschluss vermissen. Internet und Mediatheken bleiben dem Sat-Empfänger von Aldi deshalb verschlossen. Auch ein zweiter Tuner fehlt. Die Folge: Aufnahme und Wiedergabe funktionieren nicht unabhängig. Während der Aufnahme lassen sich nur Programme auf demselben Transponder wiedergeben.

Wenig innovativ

Videos speichert der Sat-Empfänger von Medion im Format trp. Leider nicht PC-kompatibel. Die Aufnahmen lassen sich nur mit dem Sat-Empfänger abspielen, nicht mit Standardplayern am PC. Auch das Herausschneiden von Werbeblöcken funktioniert nicht. Die Videos lassen sich nicht nachbearbeiten. Das ist zwar bei vielen Sat-Empfängern so, verdient aber einen dicken Tadel: Neue Technik sollte auch neue Wege öffnen!

Testkommentar: Annehmbar, aber mit Schwächen
Produktbeschreibung: DVB-S-Empfänger Medion P24006
Test: 13 Sat-Empfänger im Test
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