Sat-Empfänger mit Festplatte von Lidl Schnelltest

Mit einem Sat-Receiver mit 250 Gigabyte großer Festplatte für 159 Euro will Lidl Käufer anlocken. Von vorneherein klar: Hochaufgelöstes Fernsehen (HD) und ein HDMI-Anschluss sind nicht drin. Der Schnelltest klärt, wie gut Fernsehen mit dem Empfänger von Lidl funktioniert.

Kein Anschluss für die Zukunft

Wer fit sein will für die Zukunft, liegt mit dem Lidl-Angebot falsch. Der Empfänger der Lidl-Hausmarke Silvercrest kann herkömmliches Satellitenfernsehen - mehr nicht. Moderne HD-Technik ist nicht an Bord. Einen großen HD-Flachbildfernseher anzuschließen, lohnt sich nicht. Das Bild hat so oder so nur Standard-Fernseh-Auflösung. Immerhin: Die allermeisten Fernseher haben die zum Receiver passenden Scart-Anschlüsse - noch. Bis Fernseher nur noch Buchsen für HDMI-Kabel haben, ist nur eine Frage der Zeit.

Prima Fernsehbilder

Herkömmliches Fernsehen allerdings beherrscht der Silvercrest-Billig-Receiver prima - wie die meisten anderen Sat-Empfänger auch. Zehn von 14 Geräten im Vergleichstest Sat-Empfänger aus test 10/2008 waren „gut“. Die Bildqualität ist beim Lidl-Gerät wie bei vielen seiner Artgenossen einwandfrei und viel besser als das analoge Antennenfernsehen von früher. Voraussetzung: Die Satellitenschlüssel ist richtig ausgerichtet und liefert ein anständiges Signal. Plus für den Lidl-Empfänger: Er ist eigentlich zwei Empfänger. Alle Möglichkeiten liefert er er erst, wenn zwei Satelliten-Empfangseinheiten angeschlossen sind. Erst dann lassen sich zwei Sendungen völlig unabhängig von einander auswählen und gleichzeitig anschauen und aufzeichnen. Zusätzlich lässt sich parallel noch eine weitere Sendung aufzeichnen, die zum gleichen Empfangsspektrum wie eins der beiden anderen Programme gehört.

Tempo beim Programmwechsel

Auch bei der Bedienung leistet sich das Lidl-Gerät keine größere Schwäche. Allerdings: Ganz so spielerisch leicht wie die besten Geräte aus dem Vergleichstest lässt er sich nicht steuern. Erste Hürde: Die Satelliten-Empfangseinheiten und/oder das Loop-Kabel müssen korrekt angeschlossen werden. Die Bedienungsanleitung hilft dabei kaum. Der elektronische Programmführer (EPG) und die Bildschirmmenüs sind etwas unübersichtlich geraten. Gut wiederum: Der Silvercrest-Receiver geht im Vergleich zu anderen Twin-Empfängern mit Festplatte erfreulich flott zu Werke. Vom Einschalten an vergehen nur zehn Sekunden, bis Bild und Ton da sind. Das test-Zapping fünf Programme rauf und wieder runter schafft er in gut 15 Sekunden. Durchschnitt der Geräte im Vergleichstest in der Disziplin waren knapp 20 Sekunden.

Speichern ohne Verluste

Das Abspeichern von Sendungen auf die eingebaute oder auf eine über USB angeschlossene Festplatte klappt problemlos. Werbeblöcke lassen sich ohne weiteres löschen und die fertige Aufzeichnung lässt sich über eine Mini-USB-Buchse vorne am Silvercrest-Receiver gleich auf eine externe Festplatte auslagern. Ebenfalls möglich: Über USB-Kabel können vom PC aus Dateien auf der Receiver-Festplatte aufgerufen und weiterverarbeitet werden. Auch beim Klang gibt es nichts auszusetzen. Stereo-Verstärker und -Lautsprecher lassen sich über Analog-Ausgang anschließen. Für die Verbindung zu einem Surround-Receiver stehen ein elektrischer und ein optischer Digital-Ausgang zur Verfügung.

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