Einfach nur Fernsehen oder doch lieber eine Multimediamaschine: Je nach Wunsch gibt es den passenden Empfänger für scharfe HD-Bilder. Vantage, einer der teuersten, versagt.

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen der Zuschauer die Wahl zwischen drei Programmen hatte. Über 700 Sender verbreitet der Satellitenbetreiber Astra in Deutschland, davon mehr als 300 in deutscher Sprache, 25 mit hochaufgelösten Bildern (HDTV, siehe Glossar). Satelliten im Orbit ermöglichen die Vielfalt. Wer die Bilderflut auf den Fernseher bringen will, braucht eine Schüssel auf dem Dach oder Balkon und einen Satellitenempfänger.

Eine Box für jeden Typ

Getestet haben wir 13 Empfänger – eckige Boxen zum Anschließen an den Fernseher. Alle können auf Flachbildfernsehern für Augenschmaus sorgen: gestochen scharfe und detailreiche HD-Bilder. Auch der Klang überzeugt bei fast allen.

Entscheidende Unterschiede gibt es dennoch. Je nach Fernsehverhalten empfehlen sich andere Boxen (siehe „Für alle Ansprüche der richtige Receiver“). Wer nur schöne Bilder und einen tollen Ton erwartet, ist mit einem einfachen Sat-Empfänger gut beraten. Alle, die frei sein wollen von festen Programmzeiten, schätzen es, auch aufzuzeichnen. Die meisten Empfänger verwenden dabei Videoformate, die sich zum Beispiel auch auf dem Notebook wiedergeben und schneiden lassen. Doch manche Anbieter setzen dem Filmspaß Grenzen und lassen Aufnahmen nur am Sat-Empfänger selbst abspielen.

Vantage gibt den Geist auf

Eins der Modelle zum Aufnehmen kommt von Vantage, einer Firma mit dem Leitsatz „Fernsehen auf höchstem Niveau“. Als einziges Gerät im Test bietet es einen zweiten Empfänger: So kann der Zuschauer gleichzeitig eine Sendung sehen und eine andere aufzeichnen. Dennoch enttäuscht Vantage. Bei zwei von drei gekauften Empfängern erschien im Test eine Fehlermeldung und die Geräte geben den Geist auf – ein klarer Fall für einen Umtausch.

Das Internet auf den Fernseher holen

Einfach nachsehen: Drei Sat-Empfänger bringen die Welt der Internet-Mediatheken auf den Fernsehbildschirm. Verpasste Sendungen und einzelne Beiträge können eine bestimmte Zeit lang so oft wie gewünscht angesehen werden.

Einfach nachsehen: Drei Sat-Empfänger bringen die Welt der Internet-Mediatheken auf den Fernsehbildschirm. Verpasste Sendungen und einzelne Beiträge können eine bestimmte Zeit lang so oft wie gewünscht angesehen werden.

Wer auch Informationen aus dem Internet wünscht, liegt mit einem der drei internetfähigen Empfänger richtig. Humax, Smart und Videoweb bieten Zugriff auf Dienste wie Youtube oder Mediatheken. Nutzer können damit nach Lust und Laune Videos auf den Fernseher holen. Freies Surfen oder E-Mails-Schreiben gehört jedoch nicht zum Angebot. Auch warten die internetfähigen Empfänger mit HbbTV auf: Dahinter versteckt sich ein Portal für Internetangebote der Fernsehsender, es soll den verstaubten Videotext ersetzen. Ein Druck auf die Fernbedienung und es ploppen Informationen zur Sendung auf, optisch gut strukturiert und in HD-Qualität.

Tipp: Für die Mediatheken brauchen Sie schnelles Internet ab etwa 2 000 Kilobit pro Sekunde, um zum Beispiel die Tagesschau im Netz ohne Ruckeln anzusehen.

Humax und Technisat können über ein Lan-Kabel (siehe Glossar) in ein Heimnetzwerk integriert werden und als Multimediaspieler dienen. Ist der Sat-Empfänger so mit dem heimischen Rechner vernetzt, kann er vom Wohnzimmer aus auf die Musik- oder Fotosammlung auf dem Computer im Arbeitszimmer zugreifen.

Neun auch für private HD-Sender

Alle Boxen empfangen die HD-Sender der öffentlich-rechtlichen Programme ARD, ZDF und Arte. Die Privaten senden fast alle verschlüsselt. Eine Chipkarte dient als Schlüssel zu HD-Bildern bei RTL, Pro Sieben und Co. HD+ heißt das Programmangebot. Zwei Wege gibt es: Der HD+-Schlüssel ist entweder schon eingebaut oder die Nutzer kaufen ein Modul für den CI+-Schacht (siehe Glossar), Kostenpunkt etwa 80 Euro. Neun Anbieter nehmen den ersten Weg und statten ihre Sat-Empfänger mit HD+ aus. Auch eine Karte ist dabei, sie gilt für ein Jahr. Dann muss der Nutzer ein Abo für 50 Euro im Jahr abschließen. Wer nicht zahlen will, kann die Sender – wie früher auch – in Standardauflösung (SDTV) sehen.

Doch nicht alle HD-Sendungen laufen tatsächlich in voller HD-Qualität. Viele werden nur hochgerechnet und sind damit zwar besser als der Standard, reichen an echtes HDTV aber nicht heran.

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