Sat-Empfänger Test

Sie holen Digital­fernsehen ins Haus. Gute Empfänger zum Fernsehen gibt es ab 90 Euro. Komfort und Aufnahmen auf interne Fest­platte kosten ein Vielfaches.

Satelliten von Astra über­tragen mehr als 1 700 Sender allein für Deutsch­land, davon 544 frei empfang­bar und 43 in hoher Auflösung (HD). Solche Vielfalt bekommen nur Zuschauer mit Sat-Empfänger. Zum Vergleich: Kabel Deutsch­land, Deutsch­lands größter Kabelnetz­betreiber, über­trägt je nach Wohn­ort bis zu 100 Sender digital, davon 16 in HD. Preis pro Monat: 18,90 Euro.

Wer Satelliten­fernsehen nutzen möchte, braucht einen Sat-Empfänger. Bei neueren Fernsehern steckt meist ein solcher Empfänger im Gerät. Ältere Fernseher brauchen einen zusätzlichen Sat-Empfänger. Gute Geräte kosten zwischen 90 und 530 Euro. In Bild und Ton sind alle zwölf Empfänger im Test gut oder sehr gut. Den Unterschied macht in der Regel die Ausstattung.

Wer nur fernsehen und gelegentlich Sendungen aufnehmen möchte, kommt mit einem Einfach-Empfänger (Single-Tuner) für 90 Euro zurecht. Wer dagegen fernsehen und parallel ein beliebiges Programm aufnehmen möchte, braucht einen Doppel-Empfänger (Twin-Tuner). Dieser rettet den Haussegen, wenn Fußball und die Lieblings­serie zeitgleich laufen: ein Programm ansehen, das andere aufnehmen. Mit einge­bauter Fest­platte kosten sie zwischen 199 und 530 Euro. Ohne Fest­platte gibt es Doppel-Empfänger ab 99 Euro.

Externe Fest­platte spart Geld

Empfänger mit einge­bauter Fest­platte haben den Speicher an Bord. An Empfängern ohne Fest­platte hängt dagegen ein Kabel mit dem Speichermedium. Das sieht häss­lich aus, spart aber meist Geld. Externe 500-Gigabyte-Fest­platten kosten rund50 Euro. Sie bieten Platz für rund 100 Stunden HD-Aufnahmen oder 300 Stunden in Stan­dard­auflösung (SD).

Egal ob externe oder interne Fest­platte – Aufnahmen lassen sich bequem über den elektronischen Programm­führer (EPG) planen. Der listet alle Sendungen der nächsten sieben Tage. Einfach die Sendung markieren und mit der OK-Taste bestätigen. Brenz­lig wird es, wenn sich Sendungen verschieben, etwa wegen eines ARD-Brenn­punkts. Das EPG aktualisiert sich meist erst später. Im analogen Zeit­alter über­trugen einige Sender das VPS-Signal als Start- und Endzeichen für den Video­rekorder. Das alte VPS-Signal gibt es beim digitalen Fernsehen nicht mehr. Nach­folger ist AccurateRecording. Es erlaubt ebenfalls sendungs­genaue Mitschnitte. Nachteil: Bisher senden nur die Öffent­lich-Recht­lichen das Accurate-Recording-Signal. Im Test versteht es nur der Technisat Digicorder. Wer keine unvoll­ständigen Aufnahmen riskieren will, sollte den Start entsprechend früher, das Ende später programmieren.

HD+ schränkt Aufnahmen ein

Neben der einge­bauten Fest­platte treibt die HD+-Karte den Preis in die Höhe. Blau­punkt, Kathrein, beide Technisat und Vantage enthalten eine HD+-Karte. Mit ihr entschlüsseln Zuschauer Privatsender in HD. Die Kosten für zwölf Monate sind im Geräte­preis enthalten. Danach kostet die Karte jähr­lich 50 Euro. Einer der Nachteile: HD+ erlaubt kein Vorspulen von Aufnahmen. Die übrigen Empfänger im Test lassen sich mit einem Steck­modul für HD+ nach­rüsten. Modul und Karte kosten rund 65 Euro, ab dem zweiten Jahr 50 Euro. Ausnahme: Smart und Zehnder haben keinen Steck­platz für eine Entschlüssel­ungs­karte. Sie zeigen Privatsender nur in SD.

HD liefert detailreichere Bilder als SD. Doch selbst auf HD-Sendern ist echtes HD-Material selten. Oft rechnen die Sender zusätzliche Bild­punkte zum SD-Material hinzu. Die Bild­qualität steigt. Aber mit nativen HD-Bildern lässt sie sich nicht vergleichen.

Macht den Fernseher smart

Sat-Empfänger Test

Einige Empfänger lassen sich als Medien­server einsetzen. Ihre Aufnahmen stehen im Heimnetz­werk zur Verfügung. Das lohnt sich für alle, die Filme am PC bearbeiten wollen. Übers Netz­werk gelangen diese Empfänger auch ins Internet. Dort können sie Youtube-Videos laden oder Mediatheken der Fernsehsender nutzen. Technisat Digicorder und Vantage bieten uneinge­schränkten Internet­zugang. Doch für alle internet­fähigen Empfänger gilt: Seiten laden lang­samer, Menüs sind unüber­sicht­licher als auf Smart-Fernsehern. An die Geschmeidig­keit moderner Notebooks und Tablets reichen sie nicht heran.

Wichtig für Interes­senten von Doppel-Empfängern: Fernsehen und paralleles Aufnehmen funk­tionieren nur, wenn zwei Leitungen von der Sat-Schüssel in die Wohnung führen – als separate Leitungen oder als Einkabel­system. Alle Geräte im Test lassen sich über das sogenannte Unicable betreiben. Doch Unicable gibt es meist nur in modernen Sat-Empfangs­anlagen. Für ältere Anlagen entstehen Umbau­kosten.

Wem das zu teuer ist, der kann nur einge­schränkt aufnehmen. Entweder per Doppel-Empfänger ohne zweite Leitung. Der kann parallel zum Fernsehen Sender aufnehmen, die in gleicher Polarisations­ebene und gleichem Frequenzband liegen. Nur ein Teil der Sender steht so zur Verfügung. Oder mit einem Einfach-Empfänger und noch geringerer Auswahl: Im Test konnten Smart und Zehnder Sender zeigen und aufnehmen, die auf dem gleichen Trans­ponder liegen, etwa Das Erste HD und Arte HD.

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