Sat-Empfänger Test

Massenhaft Fernseh- und Radioprogramme ins Wohnzimmer holen – dabei helfen 15 neue Sat-Receiver, darunter auch vier HDTV-fähige. Alle punkten mit gutem Bild und Ton.

Der Besuch staunt nicht schlecht, als er sich durch so viele Fernsehprogramme zappen kann. Mit dem Kabelfernsehen zuhause ist das nicht möglich. Satellitenfernsehen besticht mit Hunderten von meist kostenfreien und unverschlüsselten TV-Kanälen. Um die vielen Programme aus aller Welt nach Hause zu holen, ist neben einer Sat-Antenne auf dem Dach ein passender Empfänger nötig. Wir haben 15 Geräte getestet, erstmals auch vier Geräte, die das hochaufgelöste HD-Fernsehen empfangen können (siehe Hochauflösendes Fernsehen).

Was kostet ein guter Receiver?

Der günstigste Empfänger im Test ist schon für 30 Euro zu haben. Die teuersten Modelle liegen bei 600 Euro. Alle Geräte liefern mindestens „gute“, oft „sehr gute“ Bild- und Tonqualität. Wer einen Einfachreceiver sucht, ist mit dem Smart für 52 Euro „gut“ beraten. Er ist allerdings weder mit einer Festplatte noch mit einem zweiten Empfangsteil (Twin-Receiver) ausgestattet. Wer Wert auf diese Funktionen legt, muss etwas mehr ausgeben: Für 179 Euro bietet sich das Gerät von Comag an. Neben einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis besitzt es viele zusätzliche Anschlussmöglichkeiten.

Für all jene, die sich für einen Receiver für das detailreiche und hochaufgelöste HD-Fernsehen interessieren (siehe Hochauflösendes Fernsehen), kommen vier Geräte infrage. Ganz vorn liegt der Festplattenrecorder von TechniSat für 600 Euro. Er ist einfach zu bedienen und hat viele Anschlüsse. Wer eine einfache und „gute“ HD-fähige Box möchte, sollte den Philips für 230 Euro in Betracht ziehen. Erstmals haben wir auch einen kompletten Sehtest mit HDTV-Bildern durchgeführt. Trotz der strengeren Bewertung als beim herkömmlichen Pal-Fernsehen waren die HDTV-Receiver in diesem Prüfpunkt alle „sehr gut“.

Was bringen Receiver mit Festplatte?

Gerade hat man es sich auf dem Fernsehsessel gemütlich gemacht, da klingelt das Telefon – wer kennt das nicht. Hier hilft ein Receiver mit integrierter Festplatte. Auf Knopfdruck startet die Aufnahme, und nach dem Telefonat kann man das Programm ab der Unterbrechung ansehen. Auch für programmierte Aufnahmen ist ein Festplattenreceiver praktisch. Auf eine 160-Gigabyte-Platte passen je nach Programm etwa 45 Stunden Fernsehen in Pal-Auflösung.

Drei Geräte von Comag, Kathrein und Zehnder können Fernsehprogramme auf eine externe Festplatte aufnehmen, die per USB-Kabel an den Receiver angeschlossen wird. Der Sat-Receiver von Zehnder beispielsweise kostet 90 Euro und liefert einwandfreie Bild- und Tonqualität. Wer für etwa 60 Euro eine externe Festplatte mit 160 Gigabyte dazukauft, hat für 150 Euro ein Festplattengerät. Ein Manko des Zehnder-Receivers ist jedoch sein unnötig hoher Stromverbrauch im Standby.

Welchen Vorteil haben Geräte mit zwei Empfangsteilen?

Will man ein anderes Programm aufnehmen als das, das man gerade sieht, ist ein Gerät mit zwei Empfangsteilen erforderlich. Alle fünf Festplattengeräte im Test sind damit ausgestattet. Mit der Humax-Box kann man sogar vier Programme gleichzeitig aufzeichnen und ein fünftes sehen, vorausgesetzt, es stammt vom selben Satellitenkanal (Transponder) wie ein aufgezeichnetes.

Welche Boxen eignen sich für Pay-TV?

Receiver mit einem CI-Schacht (Common Interface, siehe Glossar) können auch verschlüsselte Programme empfangen. In den CI-Schacht wird ein sogenanntes CA-Modul gesteckt, das wiederum die Smartcard eines Bezahl-TV-Anbieters aufnimmt. Doch nicht alle Anbieter unterstützen solche Module. Wer bestimmte Programme sehen will, sollte erfragen, ob der Receiver für das Programm geeignet ist. So ist die Philips-Box als Einzige im Test für den Empfang von Premiere zertifiziert.

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