Am 30. April endet analoges Satelliten-Fernsehen. Wer recht­zeitig auf digital umsteigt, empfängt hunderte Programme, immer mehr davon in hoher Auflösung.

Rund zwei Millionen Haushalte empfangen noch analoges Satelliten-Fernsehen. Sie müssen auf digitalen Empfang umsteigen. Spätestens bis 30. April. Dann schalten Satelliten­betreiber das analoge Fernseh­signal ab. Im Mai zeigen Fernseher mit analogem Sat-Empfang nur noch Schnee oder schwarzes Bild.

Diese Leere lässt sich verhindern. Zwei Dinge sind erforderlich: ein digi­taler Empfänger und ein passender Signal­umsetzer an der Schüssel (LNB, Low Noise Block Converter). So lernen die Bilder wieder laufen. Satelliten-Zuschauer empfangen die größte Programm­vielfalt (siehe „HD-TV“ aus test 2/12). Auch die Auswahl guter Sat-Empfänger ist groß: Gleich 13 der 20 geprüften Geräte schneiden gut ab (siehe Tabelle). Der Test hilft nicht nur Noch-Analog­zuschauern, sondern auch Digital­zuschauern, die einen komfort­ableren Empfänger suchen.

Tipp: Wer nicht weiß, welche Signale er empfängt, schaut im Video­text auf Tafel 198. Sie zeigt, ob analoge oder digitale Signale ankommen. Kabel- und Antennen­zuschauer müssen nichts unternehmen.

Vor dem Kauf des digitalen Satelliten-Empfängers heißt es über­legen: Welcher Typ soll es sein? Einer nur zum Fernsehen? Diese Empfänger gestatten keine Aufnahmen. Die ermöglicht der zweite Typ: Empfänger, die Sendungen auch auf externer Fest­platte speichern und zeit­versetzt abspielen. Die dritte Gruppe bietet Geräte voller Funk­tionen und Komfort: mit Doppel­empfänger, sogenannte Twin-Tuner, und einge­bauter Fest­platte. Die retten den Haussegen, wenn Fußball und Traumschiff einmal parallel laufen: ein Programm ansehen und das andere aufnehmen. Diese Geräte kosten allerdings bis zu 515 Euro. Alle drei Typen sind im Test vertreten. Interes­santes Ergebnis: Gute HD-fähige Empfänger, die auch Sendungen aufnehmen können, gibt es schon ab 72 Euro.

Zusätzlich zum digitalen Empfänger brauchen Sat-Zuschauer ein Universal-LNB für die Schüssel. Neue Anlagen sind für digitale Signale schon ausgerüstet. Ältere, zehn Jahre und mehr, brauchen möglicher­weise ein neues LNB. Das gibt es ab 10 Euro. Wer nicht selbst aufs Dach steigen möchte, sollte recht­zeitig einen Monteur beauftragen.

Ein neuer Fernseher ist nicht erforderlich. Hat der Sat-Empfänger einen Scart-Anschluss, kann er digitale Signale für ältere Röhren in analoge umwandeln – mit entsprechend schlechterer Bild­qualität. Neue Flach­fernseher zeigen deutlich mehr Details und enthalten häufig einen einge­bauten Sat-Empfänger (siehe Produktfinder Fernseher). Vorteil: Diese Fernseher sparen Platz und die zweite Fernbedienung. Nachteil: Einge­baute Empfänger sind meist Single-Tuner. Wer fernsehen und ein beliebiges anderes Programm aufzeichnen möchte, braucht einen zusätzlichen Empfänger.

Der Mai bringt elf neue HD-Sender

Alle geprüften Sat-Geräte empfangen hoch­aufgelöste Programme. Ohne zusätzliche Kosten zeigen sie ARD HD, ZDF HD, Arte HD sowie Spartenkanäle wie QVC HD und Sonnenklar HD. Die gute Nach­richt: Die Analog­abschaltung schafft Platz für neue HD-Sender. Ab Mai bekommen Satelliten-Zuschauer auch BR, NDR, SWR und WDR, ZDFneo, -kultur und -info, 3sat, Phoenix und Kika in hoher Auflösung. Ein Sendersuch­lauf findet die neuen Programme.

Auch Super RTL sendet dann in hoher Auflösung. Satelliten-Zuschauer empfangen die HD-Sender der RTL- und der ProSiebenSat1-Gruppe jedoch nur über die kosten­pflichtige Platt­form HD+. Dafür brauchen sie eine HD+-Karte. Beim Logisat, Skymaster, Technotrend und den beiden Humax steckt sie bereits im Empfänger. Die Kosten für die ersten zwölf Monate sind im Geräte­preis enthalten. Ab dem zweiten Jahr kostet die Karte jähr­lich 50 Euro. Bei Sky sind HD+-Sender im Abo inklusive.

Etwas umständlicher ist es bei Comag, Digitalbox, Easyone, Kathrein, Smart, Strong, Xoro und den beiden Technisat: Sie lassen sich mit einem Steck­modul für private HD+-Sender nach­rüsten. Das CI+-Modul kostet rund 79 Euro, die HD+-Karte wie oben 50 Euro ab dem zweiten Jahr.

Tipp: Wer Privatsender in hoher Auflösung sehen möchte, sollte gleich ein Gerät mit HD+-Karte kaufen. Das ist meist billiger als Empfänger und Modul. Wer sich die Option für HD+-Sender oder Sky offenhalten will, sollte auf einen CI+-Schacht achten (CI,Common Inter­face). Wem Privatsender in Stan­dard­auflösung reichen, dem genügt ein Empfänger ohne diesen Schacht.

HD+-Sender behindern oft Aufzeichnungen. Filme, die von Empfängern mit einge­bauter HD+-Karte aufgezeichnet wurden, erlauben kein Vorspulen und Über­springen der Werbung. Noch absurder reagieren Empfänger mit CI+-Modul: Bei HD+-Sendungen erlauben sie oft nur zeit­versetztes Fernsehen – maximal um 90 Minuten. Folge: Wer den Spielfilm um 20:15 Uhr verpasst, muss die Wieder­gabetaste bis 21:45 Uhr drücken.

Tipp: Auf hinteren Programm­plätzen laufen die Privatsender in Stan­dard­auflösung (SD). Die nied­rigere Auflösung bringt weniger brillante Bilder. Dafür lassen sich Filme ohne Einschränkung in SD aufzeichnen.

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