Sanierungskredit Test

Für energiesparende Umbauten sind KfW-Kredite top. Wir sagen, welche Banken sie ohne Wenn und Aber vermitteln.

Als Wolfgang Friedrichs eine neue Ölbrennwertheizung anschaffen will, braucht er einen günstigen Kredit. Bei der staatlichen Förderbank KfW findet er ein Superangebot. Da aber die KfW ihre Darlehen nicht selbst vergibt, sondern nur über eine Bank oder Sparkasse, fragt Friedrichs seine Hausbank. Er stellt bei der Commerzbank einen Antrag für ein KfW-Darlehen über 12 000 Euro.

Die Kundenbetreuerin erklärt ihm, dass die Commerzbank KfW-Darlehen nur in Verbindung mit einer Baufinanzierung bearbeitet. Bei ihm als Bestandskunde mache sie aber eine Ausnahme, wenn er ein Mindestdarlehen von 25 000 Euro aufnimmt.

Friedrichs will aber nur 12 000 Euro. Von der Sturheit seiner Beraterin bedient, fragt er bei der Konkurrenz an. Eine regionale Bank in Mainz vermittelt ihm das KfW-Darlehen in der gewünschten Höhe. „In nur zwanzig Minuten hatte der Kundenberater alle Daten zusammen und meinen Antrag auf den Weg gebracht“, lobt Friedrichs. Das Geld ist längst auf seinem Konto, die neue Brennwertheizung schon installiert.

KfW-Darlehen unschlagbar günstig

Sanierungskredit Test

Wolfgang Friedrichs aus Mainz lehnt an seinem neuen Ölbrennwertkessel, den er mit einem günstigen KfW-Kredit finanziert hat. Es war gar nicht einfach, eine Bank zu finden, die ihm das KfW-Darlehen über 12000 Euro ohne Mindestbetrag vermittelt.

Für Friedrichs Darlehen aus dem Programm „Energieeffizient sanieren“ verlangt die KfW einen effektiven Jahreszins von 2,47 Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Das ist sehr günstig im Vergleich zu einem normalen Bankkredit.

Doch wie die Suche des Mainzers zeigt, ist es nicht ganz einfach, das gewünschte Darlehen ohne weitere Bedingungen zu erhalten. Die Kreditinstitute sind nicht verpflichtet, die Förderkredite zu vermitteln. Sie erhalten zwar von der KfW eine Provision dafür, viel lieber bringen sie aber ihre eigenen, teureren Kredite an den Mann.

Die Finanztest-Umfrage unter 133 Instituten und Vermittlern zeigt: Nur 10 regionale Sparkassen, Sparda- und Genossenschaftsbanken vergeben KfW-Kredite ohne Mindestbetrag auch an neue Kunden.

Unter den überregionalen Banken sind die BBBank und die Postbank am kundenfreundlichsten. Neukunden erhalten den Kredit dort, wenn sie sich wenigstens 5 000 Euro bei der KfW borgen.

Mindestsumme 25 000 Euro und mehr

Viele andere Geldhäuser vergeben den geförderten KfW-Kredit nur, wenn der Hauseigentümer mindestens eine Summe von 25 000 Euro aufnimmt. Das fordern wie die Commerzbank im Fall Friedrichs unter anderem auch die Citibank, die Hypovereinsbank, Santander Consumer Bank und Volkswagen Bank direct (Tabelle S. 46).

Andere Banken legen die Latte für Neukunden noch höher. Sie geben das KfW-Darlehen nur mit einem zusätzlichen Immobilienkredit ihres Hauses heraus.

Außerdem verlangen immer mehr Institute, dass der Kunde den KfW-Kredit vom ersten Euro an im Grundbuch absichert. Das kostet Grundbuch- und Notargebühren, die sich nach der Höhe der Kreditsumme richten. Auch Friedrichs musste sein Darlehen als Grundschuld vermerken lassen. Er bezahlte dafür mehr als 180 Euro.

Großzügig ist in diesem Punkt die Sparkasse Leipzig. Sie verlangt die Absicherung im Grundbuch erst ab einem Kreditbetrag von 50 000 Euro. Wer ein Darlehen von weniger als 30 000 Euro beantragt, kann das auch bei der Postbank/BHW und bei CosmosDirekt tun, ohne dass es im Grundbuch vermerkt werden muss.

Komplettsanierung besonders günstig

KfW-Kredite für die Rundumsanierung einer Immobilie sind noch viel günstiger als Darlehen für einzelne Sanierungsarbeiten, wie den Einbau einer Brennwertheizung. Sie sind sogar so gut, dass die Eigentümer weniger Geld zurückzahlen müssen, als sie sich zuvor geborgt haben.

Wir haben das am Beispiel einer Modellfamilie nachgerechnet und stellen fest: Familie Burger borgt sich für die Komplettsanierung 40 000 Euro bei der KfW. Davon muss sie innerhalb von zehn Jahren aber nur 37 855 Euro zurückzahlen.

Der Anstoß für unsere Modellfamilie ist typisch: Familie Burger will von den hohen Energiekosten herunterkommen und ihr Einfamilienhaus aus den 1980er Jahren sanieren. Sie bestellt sich einen Energieberater ins Haus.

Der Berater empfiehlt eine komplette energetische Modernisierung: Erdgeschoss, Außenwände und Dach mit viel Dämmstoff einpacken, dreifach verglaste Fenster einbauen und die Heizung erneuern. Alles zusammen kostet 40 000 Euro.

Nach der Sanierung wird das Haus den KfW-Effizienzhaus-Standard 100 erreichen. Sein Energiebedarf entspricht dann dem eines Neubaus nach der Energieeinsparverordnung von 2009.

Familie Burger finanziert die gesamten Kosten mit einem KfW-Kredit aus dem Programm „Energieeffizient sanieren“. Seine Laufzeit beträgt zehn Jahre und der effektive Jahreszins 1,41 Prozent. Obendrein erhält die Familie einen Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent der Modernisierungskosten.

Auch die Baubegleitung durch einen Experten fördert die KfW mit 50 Prozent der Kosten, aber höchstens 2 000 Euro. Der Experte übernimmt die Qualitätskontrolle beim Umbau.

Wir vergleichen das KfW-Angebot mit einer Finanzierung durch die Hausbank. Dafür gehen wir von 5 Prozent Zinsen aus. Der Tilgungszuschuss und der Zuschuss für die Baubegleitung fallen dann flach.

Vergleich von KfW- und Bankfinanzierung

Monatliche Rate1) KfW-Kredit: 345 Euro
Monatliche Rate2) Bank-Kredit: 462 Euro
Summe der Raten KfW-Kredit: 37 855 Euro
Summe der Raten Bank-Kredit: 51 918 Euro
Ersparnis mit KfW-Kredit: 14 063 Euro
Zuschuss Baubegleitung: 1 000 Euro
Förderung gesamt: 15 063 Euro

1) Ab dem 2. Jahr. Das erste Jahr ist tilgungsfrei. Die Rate bei KfW-Darlehen ist vierteljährlich fällig.

2) Zum Vergleich: Auch beim Kredit von der Hausbank gehen wir von einer Tilgung ab dem zweiten Jahr aus.

Familie Burger zahlt von den 40 000 Euro KfW-Kredit 2 145 Euro weniger zurück, als sie sich geborgt hat. Im Vergleich zur Bankfinanzierung spart die Familie 15 063 Euro.

Kombinationen sind gut möglich

Hauseigentümer können auch verschiedene KfW-Kredite kombinieren. Würden die Burgers ihr Haus zugleich instandsetzen oder altersgerecht umbauen, könnten sie zusätzlich ein günstiges Darlehen aus dem Programm „Wohnraum modernisieren“ bekommen.

Wenn sie sich auch noch dafür entscheiden, eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung aufs Dach zu montieren oder eine Holzpelletheizung einzubauen, könnten sie neben der KfW-Förderung weitere Mittel beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bekommen.

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