Samsung M 70 Schnelltest

Mit einem gewaltigen Angebot versucht Samsung, zahlungskräftige Notebookkäufer anzulocken: Das M 70 hat einen 19 Zoll Bildschirm, der noch dazu abnehmbar ist. Entsprechend groß ist das Gerät und bringt über vier Kilo auf die Waage. Auch der Preis ist gewaltig. Laut unverbindlicher Preisempfehlung soll die preiswertere M 70-Variante mit 1,86 Gigahertz-Centrinoprozessor, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher und 80 Gigabyte Festplatte fast 2 400 Euro kosten. Im test-Labor musste das Edelnotebook zeigen, was es fürs Geld zu bieten hat.

Wenig Ausstattung

Und das ist erst mal reichlich wenig. Gemessen an den üblichen Discounter-Angeboten sind trotz des stolzen Preises beim Edel-Notebook von Samsung kaum Extras drin. Es gibt weder Fernsehempfang, noch ein Headset und nicht mal eine Maus. Besonders dünn ist die Softwareausstattung. Nur Windows XP, ein Brennprogramm und ein simples Programm für ferngesteuertes DVD-Gucken wird mitgeliefert.

Viel Leistung

Was der Käufer bekommt, ist allerdings samt und sonders edle Markenware. Das M 70 gehört bei der Leistung zu den schnellsten Notebooks, die je im Testlabor waren. Auch beim Durchhaltevermögen gibt das Samsung-Notebook ein gute Figur ab : Eine Akkuladung reicht selbst bei rechenintensiver Nutzung trotz des großen und hellen Bildschirms für mehr als drei Stunden. Keins der Notebooks aus dem aktuellen Vergleichstest war besser. Gemessen an anderen Notebooks ist auch der Ton erfreulich kräftig. Hifi ist noch was anderes, aber die Samsung-Lautsprecher liefern deutlich mehr als das übliche Notebook-Gequäke.

Trennung vom Bildschirm

Der Clou am M 70 ist der Bildschirm. Er ist 19 Zoll groß, lässt sich vom Notebook abnehmen und an andere Notebooks oder PCs anschließen. Das ist etwas fummelig, funktioniert aber einwandfrei. Als Extrazubehör für weitere 200 Euro ist ein spezieller Fuß zu haben, um den Bildschirm unabhängig vom Notebook aufstellen zu können. Erst beim Topmodell für empfohlene 3 200 Euro ist der Fuß inklusive. So oder so gilt: Wozu das Abnehmen des Bildschirm gut sein soll, bleibt unklar. Wer am Notebook arbeiten will, wird kaum Neigung haben, den Bildschirm abzunehmen. Wegen der hohen Auflösung von 1 680 mal 1 050 Punkten sind Buchstaben, Zahlen und Symbole so klein, dass bei Erhöhung des Abstands die Lesbarkeit leidet. Sinnvoll ist allerdings häufig, den Bildschirm in der Höhe einzustellen. Faustregel für Arbeitsplatz-Ergonomie: Die Oberkante des Bildschirm sollte ungefähr Augenhöhe haben. Das klappt in den allermeisten Fällen nicht. Der Samsung-Fuß ist nicht höhenverstellbar.

Bildqualität wie zu Hause

Ansonsten funktioniert der Bildschirm prima. Einziger Nachteil: Er spiegelt. Bei ungünstigem Licht stören die Reflektionen erheblich. Hinzu kommt: Bei externem Betrieb kann er nur über VGA ans Notebook angeschlossen werden. Angesichts der hohen Auflösung wäre er mit DVI sichtbar im Vorteil. Ansonsten kann der Samsung-Monitor bei Bildqualität, Helligkeit und Schnelligkeit des Bildaufbaus locker mit den besseren Flachbildschirmen für den stationären Betrieb mithalten. Nicht so gut ist der größtmögliche Blickwinkel. Der Samsung-Bildschirm ist nur bis 70 Grad Abweichung halbwegs ansehnlich. Stationäre Flachbildschirme schaffen oft 85 Grad. Grund: Sie haben in der Regel vier Leuchtstoffröhren für die Hintergrundbeleuchtung. Der Samsung-Monitor muss mit zwei auskommen, um nicht den Notebook-Akku über Gebühr zu fordern. Weitere Folge der Stromsparpolitik: Die Helligkeit fällt zum Bildschirmrand hin deutlich ab.

Ärger um Abdeckkappen

Ziemlich peinlich für Samsung: Ausgerechnet bei dem sündhaft teuren Spitzennotebook fehlten beim test-Einkauf die Abdeckkappen für die Monitoranschlüsse. Noch viel peinlicher: Die Abdeckkappen fehlen trotz diverser Anrufe und E-Mails zwei Wochen nach dem Kauf immer noch. Weder Samsung noch der Händler ließen sich bisher davon überzeugen, dass die Kappen nicht da waren. Ebenfalls ärgerlich: Die elektrische Abschirmung des Monitors bei externem Betrieb ist dürftig. Die Anforderungen der TCO-Norm erfüllt der Bildschirm nicht. Schlimm ist das nicht. Die Norm ist ziemlich streng. Klar ist aber auch: Es geht ohne weiteres besser, und für einen Spitzenpreis sollte Samsung auch Spitzentechnik liefern.

test-Kommentar: Um jeden Preis
Im Überblick: Technische Daten und Ausstattung

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