Samsung Galaxy Tab Schnelltest

Im jüngsten Tablet-Test war das Samsung-Tablet Galaxy 10.1 Test­sieger. Doch wegen Rechts­streitig­keiten mit Apple durfte Samsung das Gerät in Deutsch­land nicht vermarkten. Die Koreaner brachten darauf­hin kurzer­hand eine neue Variante raus – das Galaxy Tab 10.1N. Doch auch darum gab es Streit. Nun steht fest: Das Galaxy 10.1N darf hier­zulande verkauft werden.

Apple unterliegt vor Gericht

Der Firma Apple war der Ansicht, dass Samsung mit der Vermarktung des Galaxy Tab 10.1 N Geschmacks­muster von Apple verletzte und das iPad von Apple unerlaubt nach­ahme – und war vor Gericht gezogen. Das Ober­landes­gericht Düssel­dorf hat nun jedoch entschieden: Das Galaxy Tab 10.1 N darf weiter vertrieben werden, so wie es auch die Vorinstanz entschieden hatte (Ober­landes­gericht Düssel­dorf, Az. I-20 U 35/12; rechts­kräftig). Was Samsung alles getan hat, um das „neue“ Galaxy-Tablet rechts­sicher vermarkten zu können, hatten sich die Tester seiner­zeit genau angesehen und bewertet:

Neues Gehäuse soll Ähnlich­keit schmälern

Samsung Galaxy Tab Schnelltest

Neuer Rahmen, neuer Laut­sprecher.

Neuer Rahmen, neuer Laut­sprecher: Links das Galaxy Tab 10.1N, rechts der Vorgänger 10.1.

Auffälligste Änderung gegen­über dem Vorgänger ist ein breiterer Metall­rahmen um das Display herum. Der soll wohl vor allem die angebliche Ähnlich­keit mit dem iPad 2 schmälern. Doch beher­bergt er auch etwas größere Laut­sprecher als beim Vorgänger Galaxy Tab 10.1. Die strahlen jetzt nach vorn, und nicht mehr zur Seite. Angenehmer Neben­effekt: Die Laut­sprecher klingen ein kleines biss­chen weniger dünn als die des Vorgängers. Auffällig auch der „Samsung“-Schrift­zug unter dem Display. Der ist zwar etwas schmaler, glänzt nun aber silb­rig und kommt so stärker zur Geltung. Ansonsten scheint die neue Modell­variante zunächst baugleich mit dem Vorgänger: Maße und Gewicht sind gleich, und auch bei Speicher, Prozessor und der mageren Ausstattung an Anschlüssen hat sich nichts geändert. Auch das Galaxy Tab 10.1N hat keinen Speicherkarten-Slot und nur einen Spezial­anschluss.

Neue Android-Version, längere Akku­lauf­zeit

Im Akkutest schneidet das neue Galaxy Tab 10.1N noch ein biss­chen besser ab als der Vorgänger. Das neue Tablet schafft acht­einhalb Stunden Video­wieder­gabe mit einer Akkuladung – zwanzig Minuten länger als der Vorgänger. Das könnte an der neuen Betriebs­system­version liegen: Das Galaxy Tab 10.1N kommt mit Android 3.2, der Vorgänger mit 3.1. Durch­aus möglich, dass die neue Version den Strom­verbrauch noch etwas optimiert.

Nach­folger mit etwas anderem Display

Größte Über­raschung: Auch das Display des Galaxy Tab 10.1N ist etwas anders als das der 10.1-Version. Das fällt besonders bei weißen Bild­inhalten auf. Sie wirken beim 10.1N leicht rotstichig. Auch die Helligkeits­verteilung ist bei der neuen Variante etwas schlechter. Bei dunklen Bild­inhalten streut in der rechten unteren Ecke ein wenig die Hintergrund­beleuchtung ein. Dafür schafft das neue Display einen gering­fügig besseren Schwarz­wert, was einen noch etwas besseren Kontrast ermöglicht. Insgesamt schneidet auch der Bild­schirm des Galaxy Tab 10.1N gut ab – wenn auch nicht ganz so gut wie der des Galaxy Tab 10.1. Deutlich besser als das Display von Apples iPad 2 ist aber auch das vom neuen Galaxy Tab 10.1N.

Test­kommentar

Das neue Galaxy-Tab-Modell 10.1N hat Samsung wohl vor allem aus juristischen Gründen auf den Markt gebracht. Schließ­lich darf Samsung sein neues Tablet nun im Weihnachts­geschäft wieder vermarkten. Auch das Nach­folgemodell ist ein gutes Tablet. Doch solange der Testsieger 10.1 noch im Handel ist, gibt es aus Kundensicht keinen zwingenden Grund, beim Nach­folger zuzugreifen. Denn das ursprüng­liche Modell hat ein etwas besseres Display – und ist momentan bei gleicher Ausstattung tendenziell sogar etwas güns­tiger erhältlich. Die Gelegenheit, dem Nach­folger ein paar zusätzliche Anschlüsse zu spendieren, hat Samsung verpasst. Dafür war die Zeit wohl zu knapp.

Hintergrund: Der „verbotene“ Testsieger

Apple hat vor dem Land­gericht Düssel­dorf eine einst­weilige Verfügung erwirkt, die Samsung verbietet, sein sein Galaxy Tab 10.1 in Deutsch­land zu vertreiben. Der Vorwurf: Samsungs Tablet sehe dem von Apple zu ähnlich. Diese Verfügung gilt allerdings nur für Samsung selbst. Über andere Händler ist das Tablet auch in Deutsch­land erhältlich. Samsung hat gegen die Entscheidung der Düssel­dorfer Richter Berufung einge­legt. Die Verhand­lung ist am 20. Dezember.

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