Samsung Galaxy S III Schnelltest

Wieder einmal wird von einem „iPhone-Killer“ gemunkelt. Diesmal ist es Samsungs neues Spitzenhandy Galaxy S III, dem eine solche Smartphone-Mordtat zugetraut wird. test.de hat das Gerät geprüft und nennt die Stärken und Schwächen des schicken Android-Handys.

Beeindruckender Bildschirm

Beim ersten Blick auf das Galaxy S III fällt sein riesiges Display auf. Mit einer Diagonale von 12,2 Zentimetern ist es zwar nicht ganz so gigantisch wie das des Galaxy Note, aber immerhin etwas größer als das vom Galaxy Nexus. Doch nicht seine schiere Größe macht das Display des S III so beeindruckend, sondern vor allem seine hervorragende Bildqualität. Dabei ist seine Hintergrund­beleuchtung nicht einmal übermäßig hell. Doch dank seines sehr hohen Kontrasts ist es trotz spiegelnder Oberfläche auch bei heller Umgebung noch gut lesbar. Und die sehr hohe Auflösung von 720 mal 1280 Pixel sorgt für ein gestochen scharfes Bild. Dabei liegt das Gerät trotz seiner Größe noch gut in der Hand: Die abgerundete Rückseite fühlt sich angenehm an, und mit 132 Gramm ist das S III sogar ein paar Gramm leichter als das deutlich kleinere iPhone 4S.

Hohes Arbeitstempo

Beeindrucken kann auch die Geschwindigkeit, mit der das Galaxy S III arbeitet. Zum Beispiel die Funkschnittstelle: Unter optimalen Bedingungen gehen Uploads und Downloads über UMTS-Mobilfunknetze mit dem S III schneller als mit den meisten anderen Smartphones 101 getestete Geräte im Produktfinder. Denn es gehört zu den wenigen, die den UMTS-Datenturbo „HSPA+“ unterstützen. Das tatsächliche Surftempo hängt in der Praxis freilich vor allem vom verfügbaren Mobilfunknetz und vom gewählten Handyvertrag ab. Spürbarer ist im Alltag der sehr schnelle Vierkern-Prozessor des Galaxy S III, der für ein durchweg flüssiges Arbeitstempo sorgt. Zusammen mit dem sehr guten Bildschirm macht er Samsungs neues Spitzenmodell zu einem der besten Surfhandys überhaupt.

Gute Kamera und guter Musikspieler

Die Kamera des Galaxy S III liefert durchweg gute Fotos und Videos. Beim Fotografieren überzeugt sie im Gegensatz zu vielen anderen Handykameras zudem mit einer angenehm kurzen Auslöse­verzögerung. Ähnlich gut schlägt sich das Gerät als Musikspieler. Schon die mitgelieferten Kopfhörer können klanglich überzeugen. Nettes Detail: Wie das iPhone – und im Gegensatz zu den meisten anderen Handys – kann der vorinstallierte Musikspieler des S III Musikstücke auch nach Komponisten sortieren. Das wird besonders Klassik-Fans sehr gut gefallen.

Mätzchen mit Macken

Auf dem Galaxy S III läuft das Android-Betriebssystem in der neuesten Version 4.0.4. Gegenüber dem Standard-Android-System hat es einige Zusatzfunktionen: Eine erweiterte Gestensteuerung soll die Bedienung noch intuitiver machen. Und eine eigene Spracherkennung namens „S-Voice“ soll mit Apples Sprachassistenten „Siri“ konkurrieren. Beides klappt nur bedingt. Einige der zusätzlichen Gesten mögen durchaus hilfreich sein, andere scheinen eher sinnlos: Warum soll es zum Beispiel besser sein, in ein Foto hereinzuzoomen, indem man das Handy kippt, anstatt das Bild wie gewohnt mit zwei Fingern zu vergrößern? Manche der Extras funktionieren auch einfach nicht besonders gut. So soll das Handy zum Beispiel beim Surfen per Frontkamera erkennen, wenn der Nutzer auf den Bildschirm schaut, und solange die automatische Bildschirmsperre abschalten. Gute Idee – aber im Test klappt das nicht sehr zuverlässig. Auch von der Spracherkennung „S Voice“ sollte der Nutzer nicht zu viel erwarten: Ähnlich wie Apples „Siri“ funktioniert sie im Test nur auf Englisch einigermaßen – und kann selbst dann nicht begeistern.

Schwächen beim Telefonieren

Ausgerechnet beim Telefonieren leistet sich Samsungs neues Spitzenhandy ein paar Patzer. Die Sprachqualität leidet vor allem dann, wenn es störende Hintergrundgeräusche gibt. Damit gehen andere Han­dys besser um. Und wie viele aktuelle Smartphones hat auch das Galaxy S III ein Antennenproblem: Wenn es an einer Stelle hinten unten berührt wird, geht die Funkleistung deutlich zurück. Der Nutzer sollte das Gerät beim Telefonieren und mobilen Surfen also besser weiter oben anfassen.

Überzeugende Akkuleistung

Ein klassischer Schwachpunkt moderner Smartphones ist die Akkuleistung. Hier ist das Galaxy S III eine erfreuliche Ausnahme: Trotz großen Bildschirms und schnellen Prozessors schlägt sich der Akku insgesamt besser als bei allen anderen Smartphones im Test. So reicht eine Akkuladung beim mobilen Surfen immerhin für fünf Stunden – noch länger als beim Galaxy Note mit seinem Riesen-Akku. Bei intensiver Nutzung ist der Akku aber auch beim Galaxy S III am Abend leer. Doch das Risiko, mitten am Tag ganz ohne Saft dazustehen, ist bei ihm geringer als bei den anderen.

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