Samsung Galaxy Note 9 im Test Riesen­handy der Spitzenklasse

14.09.2018
Samsung Galaxy Note 9 im Test - Riesen­handy der Spitzenklasse
© Stiftung Warentest

Samsungs Luxus-Phablets der Galaxy-Note-Reihe standen zuletzt unter keinem guten Stern: Das Note 7 ging spontan in Flammen auf, das Note 8 zersplitterte im Fall­test. Jetzt wagen die Koreaner mit dem Note 9 für 1 000 Euro einen neuen Anlauf. Der Schnell­test zeigt, ob Samsung mit seinem neuen Riesen­handy zur alten Form zurück­findet.

Kein leichtes Erbe

Das neue Phablet-Flaggschiff tritt ein schwieriges Erbe an: Sein Vor-Vorgänger, das Note 7, sorgte vor zwei Jahren für Furore, weil sich mehrere Exemplare spontan selbst entzündeten. Samsung nahm das Modell vom Markt und rief sämtliche schon verkaufte Geräte zurück – ein Desaster. Weniger explosiv, aber auch nicht erfreulich war ein Jahr später das Schick­sal des Note 8: Die Akku­probleme hatte Samsung bei diesem Modell zwar in den Griff bekommen. Doch in unserem Falltest zeigte es sich arg zerbrechlich. Entsprechend gespannt erwarteten die Tester die Fall­prüfung beim neuen Note.

[Video-Update 11.10.18]: Apple iPhone XS gegen Samsung Galaxy Note 9

Stabilitäts­tests mit Bravour bestanden

Samsung Galaxy Note 9 im Test - Riesen­handy der Spitzenklasse
Gewandert: Der Finger­abdruck­sensor liegt jetzt unter der Kamera. © Stiftung Warentest

Rein äußerlich unterscheidet sich das neue Note nur in Details vom Vorgänger. So liegt auf der Rück­seite der Finger­abdruck­sensor jetzt nicht mehr neben, sondern unter­halb der Kamera. Von vorn ist das Note 9 mit seinen markant gebogenen Displaykanten kaum vom Note 8 zu unterscheiden. Doch in der Fall­trommel zeigt sich: Bei der Stabilität hat Samsung erfolg­reich nachgebessert. Wie schon das S9 und S9+ über­steht auch das Note 9 die Fall­prüfung problemlos. Auch bei den Kratz-, Tauch- und Regentests nimmt das wasser­feste Phablet keinen Schaden.

Rundum gute Leistung

Auch sonst gibt sich das Note 9 im Test keine Blöße: Das Display ist hervorragend. Die Kamera liefert rundum gute Videos und selbst bei wenig Licht gute Fotos. Sie ist eine der derzeit besten Handykameras am Markt. Die Sprach­qualität beim Telefonieren ist tadellos, und dank guter Netz­empfindlich­keit kommt das Note 9 auch mit schwachen Hand­ynetzen vergleichs­weise gut zurecht. Die Akku­leistung hat sich gegen­über dem Note 8 noch einmal deutlich verbessert: In unserem Praxis­test schafft das Note 9 stolze 29 Stunden, der Vorgänger hielt 24,5 Stunden durch.

Eingabestift mit neuen Tricks

Samsung Galaxy Note 9 im Test - Riesen­handy der Spitzenklasse
Verbessert. Der S-Pen dient dank Bluetooth als Fernbedienung. © Stiftung Warentest

Ein Markenzeichen der Note-Phablets ist der mitgelieferte Eingabestift. Mit ihm kann der Nutzer zum Beispiel zeichnen oder Text hand­schriftlich eingeben. Diesem sogenannten S-Pen hat Samsung beim Note 9 einen neuen Trick beigebracht: Der Stift enthält nun einen Bluetooth-Sender, mit dem er sich drahtlos mit dem Note verbinden kann. So kann der kleine Druck­taster auf dem Stift als Fern­auslöser für die Kamera dienen oder zur Steuerung von Diashows und Präsentationen. Die Einsatz­dauer des winzigen, im Stift verbauten Akkus ist allerdings beschränkt: Laut Samsungs Website soll er bei „durch­schnitt­licher Bluetooth-Nutzung“ 30 Minuten halten. Das mag in der Praxis durch­aus stimmen. In unserem „Dauer­klick-Test“ hielt er bei pausenloser Benut­zung allerdings nur etwa elf Minuten. Danach funk­tioniert der Stift nicht mehr als Fernbedienung, sondern nur noch als normaler Eingabestift wie schon bei den Vorgängermodellen.

Trend zur zweiten Sim

Interes­santes Ausstattungs­detail: Das Galaxy Note 9 kommt auch in Deutsch­land in der Version auf den Markt, die einen Steck­platz für eine zweite Sim-Karte bietet („Dual Sim“). Das war bei großen Anbietern wie Samsung hier­zulande bis vor kurzem eher unüblich. Die Dual-Sim-Funk­tionalität ist allerdings beschränkt: Der zweite Steck­platz kann entweder für eine zweite Sim oder für eine Speicherkarte genutzt werden – beides zugleich geht nicht. Auch ohne Speicherkarte bietet das Note 9 aber reichlich Platz für Daten: Die güns­tigere Version für 1 000 Euro bringt schon statt­liche 128 Gigabyte internen Speicher. Für 1 250 Euro gibt es sogar noch eine Version mit 512 Gigabyte – das ist mehr, als so manches Notebook bietet.

Fazit: Nach Ärger mit Vorgängern nun ein Spitzen­handy

Nach all den Problemen mit den beiden Vorgängern ist Samsung mit dem Note 9 nun wieder ein echtes Spitzen-Phablet gelungen. Im Test zeigt das Note 9 von der Kamera bis zum Akku durchweg gute bis hervorragende Leistung.

Tipp: Die voll­ständigen Test­ergeb­nisse zum Galaxy Note 9 und zu weiteren Handys gibt es in der Test-Datenbank Smartphones. Sie bietet Infos und Ergeb­nisse zu insgesamt 356 Geräten, davon sind aktuell 165 erhältlich. Dazu gibt es viele kostenlose Tipps und Kauf­beratung.

14.09.2018
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