Samsung Galaxy Note 8 Schnelltest

Nach dem Debakel um das Samsung Galaxy Note 7, das der Konzern wegen explodierender Akkus schließ­lich vom Markt nehmen musste, versucht der südkorea­nische Konzern mit dem Nach­folger Note 8 das lädierte Image aufzupolieren. Das gelingt leider nicht. Im Fall­test scheitert das 1 000-Euro-Handy. Schade, denn ansonsten ist es ein Topgerät.

[Update vom 19.10.2017] Jetzt auch im Produktfinder

Die vollen Prüf­ergeb­nisse und Urteile zum Samsung Galaxy Note 8, sowie zahlreiche Ausstattungs­merkmale, Produkt­bilder und die Preis­entwick­lung des Geräts finden Sie ab sofort auch im Produktfinder Handys 306 Handys im Test. [Ende des Updates]

Erst hinten, dann vorne zerbrochen

Samsung Galaxy Note 8 Schnelltest

Zersplittert: Das Samsung Galaxy Note 8 hat die 100 Stürze in unserer Fall­trommel nicht über­lebt.

100 Stürze auf eine Steinplatte müssen Smartphones in unserem Hand­ytest über­stehen. Klingt viel, muss aber sein, um möglichst verschiedene Aufprall­winkel zu simulieren. Für die meisten Geräte stellt dieser Test kein großes Problem dar. Zwar landet der ein oder andere Kratzer auf den Geräten. Ihre Funk­tion beein­trächtigt das aber nicht. Anders das neue Samsung Galaxy Note 8. Ähnlich wie die aktuellen Samsung Flaggschiffe Samsung Galaxy S8 und S8+ scheitert auch das größere Note in unserer Fall­trommel. Nach 50 Stürzen war bei zwei Testgeräten bereits die Rück­seite zerbrochen. Nach weiteren 50 Stürzen waren auch die Displays zersplittert. So instabil ist das Note 8 eher etwas für vorsichtige Nutzer. Eine Schutz­hülle ist obliga­torisch.

Unser Schnell­test im Video

Galaxy Note 8 – groß und schick

Ob das schicke, fast rahmenlose Design oder das gebogene Glas des Handys Ursache für die Splitter-Displays ist, lässt sich nur mutmaßen. Auffällig ist aber schon, dass Samsung nun bereits zum zweiten Mal mit zerstörten Displays zu kämpfen hat. Das ist umso ärgerlicher, da der Bild­schirm des Geräts ansonsten zu über­zeugen weiß. Er ist hell und bietet einen hervorragenden Kontrast. So lässt er sich auch bei starkem Sonnenlicht noch gut ablesen. Ohnehin lädt die riesige Diagonale von zirka 16 Zenti­metern zum Surfen im Internet ein.

Tipp: Tests von hunderten Smartphones finden Sie im Produktfinder Handys auf test.de. Dort finden Sie auch die ausführ­lichen Test­ergeb­nisse zum Galaxy S8 und zum Galaxy S8+. In Kürze veröffent­lichen wir in der großen Test-Daten­bank zudem die kompletten Prüf­ergeb­nisse zum Samsung Galaxy Note 8.

Samsung-Flaggschiff mit vielfältigen Entsperr­methoden

Wie es sich für ein modernes Samsung-Flaggschiff gehört, lässt sich das Gerät auf vielfältige Art und Weise entsperren. Zum Beispiel per Finger­abdruck­sensor. Das funk­tioniert zuver­lässig, allerdings sitzt der Sensor recht nah an der Kameralinse. Breite Finger sorgen da schnell für Schlieren. Das lässt sich beim Entsperren etwa mit der Nutzung des Iriss­canners vermeiden, der per tiefen Blick in die Augen den Nutzer erkennt und das Gerät freigibt. Dafür muss es mit etwas Abstand vor die Augen gehalten werden. Das klappt insbesondere in sehr heller Umge­bung leider nicht ganz so tadellos. Die Gesichts­erkennung funk­tioniert dagegen im Großen und Ganzen. Sie ließ sich aber recht leicht mit einem Foto über­listen.

Note 8 – Kamera mit zwei Linsen

Im Gegen­satz zur neuen S8-Reihe hat Samsung dem Note 8 eine Dualkamera mit zwei unterschiedlichen Brenn­weiten spendiert. Die Weitwinkel-Kamera eignet sich für Land­schafts­aufnahmen, das Tele­objektiv für Nahaufnahmen. Durch den Wechsel zwischen diesen beiden Objektiven können Nutzer sogar zweifach optisch zoomen. Zusätzlich aufgemotzt mit einer Bild­stabilisierung präsentiert sich die Kamera dann auch noch einen Tick besser als bei den S8-Smartphones. Sogar bei schlechten Licht­verhält­nissen gelingen Bilder. Die Kamera verfügt über einen 12-Megapixel-Sensor.

Der Akku ist nur Mittel­maß

Neben den Splitter-Displays lässt auch der Akku keine große Freude aufkommen. Knapp 25 Stunden hält er bei regel­mäßiger Nutzung durch. Das ist kein Spitzen­wert. Schade, wo doch so große Smartphones wie das Note 8 üblicher­weise Platz für einen großen, leistungs­starken Akku bieten. Leider lässt sich der Energiespeicher auch nicht ohne weiteres vom Nutzer wechseln. Das ist ärgerlicher­weise mitt­lerweile Stan­dard bei Smartphones. Nach 100 Minuten ist der Akku wieder komplett gefüllt. Wahl­weise geht das Laden auch kabellos per Induktion.

Ordentliche Hand­schrift­erkennung

Wie bei der Note-Serie üblich darf natürlich auch in der achten Version der Bedienst­ift nicht fehlen. Mit ihm kann der Nutzer hand­schriftliche Notizen oder Skizzen digital auf dem Bild­schirm des Geräts machen. Auf Wunsch über­setzt das Note 8 die eigene Hand­schrift auch in Druck­buch­staben. Das klappt auch mit weniger hübscher Hand­schrift ordentlich.

Unser Fazit: Samsung-Neustart nur halb geglückt

Die Geschichte des Pannen-Phablets Galaxy Note 7 hat Samsung vor gut einem Jahr tief getroffen. Immer wieder gab es Spekulationen, ob der südkorea­nische Konzern die Serie komplett einstampft. Das Galaxy Note 8 ist der Versuch, die Serie zu retten. Leider gelingt dieser Versuch nur bedingt. Obwohl die Geräte ähnlich wie der gescheiterte Vorgänger tech­nisch auf Spitze­niveau sind, haben sie wieder einen gravierenden Makel: Sie sind schlichtweg zu empfindlich. Wer mit dem Note 8 vorsichtig umgeht oder es in eine stabile Schutz­hülle packt, dürfte aber durch­aus seine Freude an dem Gerät haben – voraus­gesetzt, er will fast 1 000 Euro für ein Smartphone mit knappen 64 Gigabyte Speicher­kapazität ausgeben. Der Speicher lässt sich wenigs­tens per microSD-Speicherkarte erweitern. In der „Duos“-Variante des Galaxy Note 8 kann der Nutzer in den Steck­platz für die microSD-Karte wahl­weise auch eine zweite Simkarte stecken. Leider gibt es keine Dual-Sim-Variante mit erweiter­barem Speicher. Der Nutzer muss sich also entscheiden, wie er den Steck­platz verwendet.

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