Samsung Chromebook Daten in der Google-Wolke

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Samsung Chromebook - Daten in der Google-Wolke

Samsung verkauft das erste Chromebook – eine Art Netbook auf Basis von Googles Betriebssystem Chrome OS. Es soll die PC-Welt revolutionieren. Das Neue: Alle Anwendungen laufen im Browser. Dateien liegen in der Google-Datenwolke. test.de hat es ausprobiert.

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Keine Festplatte

Das Chromebook ist dünn und leicht. Nur 2,4 Zentimeter dick und 1,5 Kilo schwer. Kein Wunder, denn es enthält keine Festplatte. Die braucht das Chromebook auch nicht. Alle Anwendungen laufen im Browser. Ordner und Dateien speichert das Chromebook vor allem in der Cloud, der virtuellen Datenwolke. Im Klartext bedeutet das: auf riesigen Server-Farmen von Google. Fotos lagern bei Google Picasa, E-Mails bei Google Mail. Das Chromebook selbst besitzt nur einen Flash-Speicher mit 16 Gigabyte Kapazität – weniger als mancher MP3-Spieler. Unschlagbarer Vorteil des mageren Innenlebens: Das Gerät startet sehr schnell. Von null auf betriebsbereit in nur acht Sekunden. Aus dem Standby wacht es in zwei Sekunden auf. Möglich ist das nur dank des abgespeckten Betriebssystems Chrome OS.

Kaum Anleitung

Ähnlich mager fällt die Anleitung aus: Abgesehen von einem Faltblatt liegt nichts Gedrucktes bei. Ein Handbuch gibt es nur online. Das bezieht sich allerdings allgemein auf Chrome OS und nicht auf das Chromebook. Samsung geht wohl davon aus, dass sich das Chromebook selbst erklärt. Der Start ist tatsächlich einfach: Akku laden, einschalten, Sprache wählen, WLan-Netz auswählen. Schwieriger wird es schon bei den Nutzungsbedingungen. Die liegen nur auf Englisch vor. Achtung: Der Versand von Nutzungsstatistiken und Absturzberichten an Google ist bereits aktiviert. Wer das nicht möchte, muss den Haken entfernen. Wer nur anonym im Internet surfen möchte, kann den Gastmodus wählen. Alle anderen brauchen ein Google-Konto, um alle Dienste des Chromebooks zu nutzen.

Alles steht online

Neu am Chromebook: Alles spielt sich im Browser ab. Fast alle Anwendungen liegen in der Datenwolke. Daher braucht das Chromebook dauerhaft Verbindung zum Internet. Samsung bietet das Gerät in zwei unterschiedlichen Ausführungen: Für 399 Euro mit WLAN-Zugang. Oder für 449 Euro mit zusätzlich eingebautem UMTS-Modul. Wer die billigere Variante wählt, kann nur in der Nähe eines WLan-Routers oder -Hotspots arbeiten. Im Zug wird das schwierig. Im Flugzeug scheitert auch die UMTS-Variante. Die Folge: Bricht die Internet-Verbindung ab, lassen sich nicht einmal mehr Texte oder Tabellen bearbeiten. Bis Ende des Sommers will Google einen Offline-Modus für Office-Anwendungen nachreichen. Bis dahin bleiben nur das Scratchpad und Spiele wie Entanglement. Die funktionieren auch offline.

Akku hält lange

Positiv: Der Akku hält zehn Stunden. Das Display ist entspiegelt und hell genug für Arbeiten im Freien. Negativ: Die eingebauten Lautsprecher sind einfach. Sie klingen blechern – wie bei vielen Netbooks üblich. Kopfhörer verbessern den Klang. Der Prozessor reicht hauptsächlich zum Surfen und Emails schreiben. Wer hochaufgelöste Videos abspielt, bringt den Prozessor an seine Grenzen. Das Betriebsgeräusch bleibt angenehm leise. Aber Bewegungen ruckeln.

Gewöhnungsbedürftig

Eingefleischte Computer-Nutzer müssen sich erst an das Chromebook gewöhnen. Das beginnt mit der Tastatur: Die Buchstaben darauf sind kleingeschrieben. Das verwirrt. Anstelle der gewohnten F-Tasten stehen neue Symboltasten für Funktionen wie Webseite nachladen, Vollbild und Lautstärke. Größe, Anschlag und Anordnung der Tasten sind aber ohne Tadel. Ungewohnt ist auch das Speichern von Dateien: Das Chromebook bietet nur einen kleinen internen Speicher. Alle größeren Dateien sollen in der Google-Cloud gespeichert werden.

Drucken über Umwege

Problem: Daten aus der Cloud lassen sich nur im Flash-Speicher ablegen, nicht aber auf einen USB-Stick kopieren. Selbst der Steckplatz für Speicherkarten dient nur zum Hochladen von Dateien in die Cloud. Umständlich ist auch das Drucken: Wer vom Chromebook drucken möchte, braucht einen speziell für die Google Cloud geeigneten Drucker. Die sind bisher selten. Einzige Alternative: Ein zweiter Computer mit angeschlossenem Drucker. Auf dem PC wird der Google-Dienst Cloud Print installiert. Erst dann kann das Chromebook über die Cloud den Druckbefehl geben. Voraussetzung ist allerdings, dass der zweite Computer ebenfalls betriebsbereit und mit dem Internet verbunden ist.

Sicher vor Viren und Verlust

Zusätzliche Programme bietet nur der Chrome Webstore. Vorteil: Der Webstore enthält ausschließlich von Google geprüfte Anwendungen. Das schützt vor Viren und Trojanern. Google verspricht zudem regelmäßige Updates, die das Chromebook auf den neuesten Stand bringen. Die Cloud schützt auch die Daten: Wird das Chromebook gestohlen oder beschädigt, bleiben die Dateien in der Cloud erhalten. Nachteil: Die Daten sind nicht mehr lokal gespeichert, sondern auf den Servern von Google. Je nachdem, wo diese Server stehen, gilt das dortige Datenschutzrecht.

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Jackimo am 31.07.2011 um 21:19 Uhr
Vorteil Google-Cloud?

Nicht nur Google bietet Cloud-Dienste für sein Betriebssytem.
U. a. bietet auch Microsoft mit Windows Live Cloud-Dienste.
Wo liegen denn nun die eigentlichen Vorteile von Chrome OS,
außer das es nicht von Microsoft stammt?
Für diejenigen, deren einziges wichtiges Gegenargument "Microsoft" ist,
ist Chrome OS sicherlich eine gute Alternative -
oder doch lieber Linux?
Dass ich meine Daten nicht mehr über Chrome OS aus der
Google-Cloud herausholen und extern abspeichern kann (z.B. USB Stick), ist für mich ein wichtiges Argument gegen Chrome OS.

brandy007 am 30.07.2011 um 15:25 Uhr
Gute Sache - "gewöhnungsbedürftig" ist relativ

Ich finde es eine gute Sache. Denn gerade für PC-Einsteiger (die Windows genauso wenig kennen, wie Chrome OS) ist so ein Chromebook sicher die optimalere Lösung. Selbst wenn das Ding kaputt geht, benötigen sie kaum fachmännische Hilfe. Neues Chromebook - alte Google-konto-Daten eingeben und schwupps - alle Daten sind wieder da. Das schafft ein Neuling mit Windows so schnell garantiert nicht! Deshalb finde ich die Kritik von test bezüglich "Gewöhnungsbedüftig" etwas vorbelastet. Wer sagt denn, das Windows immer das ist, was man kennen muss! Ich kenne viele Senioren, die mit dem Computern neu anfangen. Und ich muss sagen: Mit Windows tun die sich deutlich schwerer als zum Beispiel einem Linux. Von NULL an ist Windows (mit all seinen Sicherheitswarnungen, Virenschutzbedarf etc) VIEL gewöhnungsbedürftiger als vieles andere! Und auch die Beschriftung der Tastatur mit Kleinbuchstaben ist sinnvoll. Denn sie liefern ohne Umschaltung nun mal Kleinbuchstaben.
Ich finde die Sache grundsätzl. gut

brandy007 am 30.07.2011 um 15:24 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

albedo039 am 27.07.2011 um 23:44 Uhr
@wolfgang 4691

Völlig einverstanden mit Ihnen, der automatische Backup ist ein toller Service und wird manchem faulen Anwender die Daten retten.
Anderseits gibt es nichts im Leben gratis, auch wenn das viele nicht begreifen wollen. Meine Faulheit/Nachlässigkeit bezahle ich mit Kontrollverlust und kaum einschätzbarem Datenschutz. Jeder wird für sich entscheiden müssen, ob er(sie) das will.
Und es ist auch eine Entscheidung gegen die Eigenverantwortlichkeit, darauf zu vertrauen, dass andere erledigen(Backup), was man selbst verlauert!
Es ist zum beliebten Verhalten geworden, anderen Aufträge zu erteilen für Dinge, die man besser selbst verantwortet. Geht es schief, kann man dem anderen die Schuld geben und sich suggerieren, selbst keine Verantwortung zu tragen.
Offen gesagt fürchte ich jedoch, dass sich die Faulheit gegenüber Datenschutz und Eigenverantwortung durchsetzt.

wolfgang4691 am 27.07.2011 um 23:06 Uhr
Backup inklusive

Einer der großen Vorteile der Cloud ist folgender: Der Anwender braucht sich um den Backup seiner Daten keine Gedanken mehr machen. Die meisten Anwender, die ich kenne, sichern ihre Daten gar nicht oder mehr als unregelmäßig (und dann oft auch noch falsch). Mit Cloudcomputing ist das Endgerät fast egal. Neues gerät besorgen und sofort loslegen. Da Thema "Datenschutz" habe ich hier bewußt ausgeklammert. Letztlich muß jeder für sich entscheiden, wozu solch ein Gerät werden soll und ob für seine Zwecke der Datenschutz notwendig bzw. ausreichend ist.